Amazon stolpert über die eigenen Schnürsenkel: Einem
Bericht der "Financial Times" zufolge (Paywall,
via "Heise") verzeichnete der Konzern nun mindestens zum dritten Mal einen Ausfall, der auf Fehler von KI-Code zurückzuführen ist. Nun folgen Konsequenzen – intern habe das Unternehmen ein bisher freiwilliges Dev-Meeting zur Pflichtveranstaltung gemacht, um die Probleme rund um KI-generierten Code in den Griff zu bekommen.
Das Unternehmen hatte im März mit einem mehrstündigen Ausfall seiner E-Commerce-Plattform zu kämpfen. Und Amazons Cloud-Sparte
AWS litt dem Bericht zufolge ebenfalls bereits zwei Mal an einem Ausfall, der KI-Code zugeschrieben wurde. In einem Fall habe das eigene KI-Tool Kiro gar eine ganze Produktionsumgebung gelöscht. Während
Amazon selbst von kleinen Problemen mit Updates sprach, zeigen interne Unterlagen nun aber offenbar, dass die schlecht regulierte KI-Nutzung im Unternehmen letztlich zu den Ausfällen geführt hatte.
Amazon fordert von seinen Angestellten, wie viele vergleichbare Tech-Riesen auch, vermehrt den Einsatz von KI-Helfern zur Erstellung von Code. Ausserdem steckt das Unternehmen derzeit mitten im
grössten Stellenabbau seiner Firmengeschichte. In diesem Kontext fehlen Amazons Entwicklerinnen und Entwicklern laut "FT" nun die Richtlinien für die Nutzung von KI-Helfern.
Amazon streitet ab, dass diese Umstände miteinander in Verbindung stehen.
Die erste und wohl auch wichtigste Massnahme, die internen Stimmen zufolge beschlossen wurde: Code, der von KI geschrieben oder mit KI-Unterstützung erstellt wurde, muss vor dem Deployment immer von einem erfahrenen Dev kontrolliert werden.
(win)