Cyberangriffe prägen die operative Realität, wobei vor allem Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) im Vordergrund stehen. In einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft nutzen Angreifer Botnets und kompromittierte Geräte, um kritische Netzwerke mit Datenverkehr zu überfluten, Sicherheitsperimeter zu überlasten und Websites, Payment-Gateways sowie Zahlungsdienste unerreichbar oder funktionsunfähig zu machen.
Die wachsende Bedrohungslage unterstreicht die Notwendigkeit resilienter Architekturen, redundanter Konnektivität sowie robuster und klarer Kommunikationsprotokolle. Die SCION-Technologie ist ein wesentlicher Bestandteil der Lösung.
Innovation wird in die Tat umgesetzt
Mit der Einführung von SCION und SEPN werden Resilienz und Vertrauen in Zahlungsdienste neu definiert und Robustheit in allem gewährleistet, was Partnern angeboten wird.
Die Initiative wurde durch die dringenden Bedürfnisse mehrerer Schlüsselpartner vorangetrieben und die Technologieauswahl SCION durch diverse führende Schweizer Finanzakteure empfohlen.
SCION bringt eine neue Architektur und neue Konnektivitätsmodelle auf die Netzwerkebene. Diese schützen vor den meisten direkten Cyberangriffen, verbergen die auf dem Netzwerk verfügbaren Dienste vor der Öffentlichkeit und ermöglichen eine strikte Durchsetzung der Souveränität beim Datentransport. SEPN bietet eine starke Governance und Aufsicht über die Akteure im Zahlungsökosystem durch die Bildung eines vertrauenswürdigen Partnernetzwerks.
Ein Ökosystem entsteht
Viele Akteure im Schweizer Markt haben 2025 bereits ihren eigenen SEPN-Netzwerkzugang aufgebaut, welcher ihre Dienste auf der gemeinsamen Kerninfrastruktur bereitstellt. Die Kerninfrastruktur wird von der SEPN Association aufgebaut, verwaltet und kontrolliert. Worldline ist der zentrale und zuverlässige Partner in der Zahlungswertschöpfungskette, der andere auf dieser neuen und komplexen Reise unterstützt und Vertrauen aufbaut.
„Die Teilnahme von Worldline an SEPN stellt für uns einen bedeutenden Meilenstein dar, um das bargeldlose Zahlungssystem in der Schweiz abzusichern und die Resilienz der ep2-basierten Zahlungstransaktionen zu stärken.“ Simon Saado, Managing Director der SEPN Association.
Seit Oktober 2025 hat Worldline in einer ersten Phase mit PostFinance, Swisscard AECS, Cembra und weiteren eine Reihe von Zahlungsdiensten (Acquiring, Bargeldautomaten, Issuing und weitere kritische Kern-Zahlungsdienstleistungen) bereitgestellt. Dabei wurden die jeweiligen Infrastrukturen und Dienste miteinander vernetzt.
In einer zweiten Phase wurden gemeinsam mit VEZ-Mitgliedern (SBB und weitere) bargeldlose Zahlungen mit dem ep2-Standard für Zahlterminals aktiviert. Der ep2-Standard ist eine Schweizer Innovation auf Basis offener Zahlungsstandards und Empfehlungen, die in Europa und Australien eingesetzt wird.
„Die SBB und die angeschlossenen Transportunternehmen sind auf SEPN umgestiegen. Wenn Kundinnen und Kunden in einem Reisezentrum ein Ticket kaufen, wird die Zahlung sicher und zuverlässig über SEPN verarbeitet.“ Orhan Ates, Leiter Payment bei SBB.
Ausblick
Anfang 2026 verarbeitete Worldline erfolgreich über 165‘000 Transaktionen pro Tag zwischen Partnern für alle produktiven Dienste. In diesem Jahr ist ein exponentielles Wachstum zu erwarten, da weitere Partner hinzukommen und zusätzliche Dienste angeboten werden.
Die Palette der derzeit im SEPN-Ökosystem angebotenen Dienste kann von neuen Beitrittskandidaten unmittelbar genutzt werden. Diese müssen die Bedingungen der SEPN Association erfüllen.
Worldline bietet ein widerstandsfähiges, robustes und sicheres europäisches Zahlungsökosystem und ist ein Partner, der die Zukunft mitgestaltet und Dienstleister, Händler sowie Finanzinstitute gleichermassen unterstützt.
Autor: Pascal Kleijer, Senior Transformation Leader, Worldline Schweiz