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Klage zieht Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Whatsapp in Zweifel
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Klage zieht Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Whatsapp in Zweifel

Whistleblower gehen mit einer Sammelklage gegen Meta vor. Sie behaupten, die Verschlüsselung von Whatsapp greife nicht und der Konzern könne alle privaten Nachrichten mitlesen. An den Vorwürfen gibt es aber ebenfalls Zweifel.
4. Februar 2026

     

Meta sieht sich einem potenziellen Rechtsstreit gegenüber: Im Rahmen einer Sammelklage werden dem Konzern erhebliche Sicherheitsmängel bei Whatsapp vorgeworfen. Demnach soll die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Messengers nicht greifen, Meta könne auch auf private Chatnachrichten zugreifen, heisst es in der Klageschrift.

Die Klage geht auf die Kanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan zurück und wurde Ende Januar vor einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht. Die in der Schrift festgehaltenen Vorwürfe berufen sich auf Whisteblower aus dem Unternehmen und sprechen von "substanziellen Datenschutzverletzungen" und "Betrug" durch den US-amerikanischen Konzern. "Tatsächlich haben Whatsapp und Meta Zugriff auf die gesamte verschlüsselte Kommunikation aller WhatsApp-Nutzer", so der Vorwurf.


Meta weist die Anschuldigungen wiederum entschieden zurück und bezeichnet sie als absurd (via "Bloomberg"). Hinzu kommt, dass die klagende Kanzlei auch die NSO Group vertritt, Hersteller der Spionagesoftware Pegasus. Sie befindet sich parallel in einem Rechtsstreit mit Meta – der Facebook-, Whatsapp- und Instagram-Betreiber wertet den aktuellen Vorstoss daher als Ablenkungsmanöver.

Unterstützung erhält Meta auch von Matthew Green, Professor an der Johns Hopkins University. In einem ausführlichen Blog-Beitrag erklärt er, dass er einen Zugriff auf persönliche Whatsapp-Nachrichten für unwahrscheinlich hält, da dieser grundlegende Änderungen an der Software erforderlich machen würde. Jetzt müssen die Gerichte entscheiden, ob sie die Klage zulassen und eine Untersuchung einleiten. (sta)


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