Die Messaging-Plattform
Telegram war bislang bekannt dafür, es mit der Blockierung zweifelhafter Kanäle und Gruppen nicht sonderlich ernst zu nehmen. Dies hat sich laut den Sicherheitsforschern von
Check Point in letzter Zeit geändert. Ende 2024 wurde CEO Pavel Durov in Frankreich verhaftet, darauf folgte eine deutlich strengere Moderation der geteilten Inhalte und daran beteiligten Akteure. Im Jahr 2025 sollen über 43,5 Millionen Channels und Gruppen blockiert worden sein. Und wurden früher höchstens zwischen 10'000 und 30'000 Abschaltungen getätigt, stieg die Zahl inzwischen auf 80'000 bis 140'000 pro Tag. Der Spitzenwert lag bei über 500'000 Löschungen an einem einzigen Tag.
Die Auswirkungen der strengeren Moderationspolitik seien jedoch begrenzt, hält
der Bericht fest. Kriminelle Gruppen würden nicht einfach verschwinden, sondern sich schnell neu organisieren. In vielen Fällen werden bereits vor einer möglichen Sperrung vorbereitete Fallback-Kanäle eingerichtet, sodass nach der Abschaltung der ursprünglichen Präsenz, nahtlos weitergemacht werden kann. Und weitergeleitete Nachrichten, die auf gesperrte Kanäle verweisen, bleiben nach wie vor im Umlauf.
Des Weiteren haben die Experten Umgehungsstrategien identifiziert, die die kriminellen Gruppen anwenden, um Telegram nicht verlassen zu müssen. So werden automatisierte Moderations-Bots per Request-to-join Gating ausgeschlossen – man wird somit nur noch nach einer Anfrage und deren Genehmigung zum Kanal zugelassen. In den Channel-Bios platzieren die Kriminellen Disclaimers, taggen Telegram-Verantwortliche und täuschen so Compliance vor. Telegram bleibe trotz kurzzeitiger Experimente mit alternativen Kanälen wie SimpleX die Plattform der Wahl für Cyberkriminelle Und deren Handel mit gestohlenen Daten, heisst es abschliesend.
(ubi)