cnt
Telegram-Razzien: Millionen Kanäle gelöscht
Quelle: Depositphotos

Telegram-Razzien: Millionen Kanäle gelöscht

Bei Telegram werden mittlerweile jeden Tag zigtausende Kanäle und Gruppen gelöscht, in denen Cyberkriminelle ihr Unwesen treiben. Der Effekt der strengeren Moderationspolitik ist allerdings begrenzt, denn kriminelle Gruppen haben Ausweichstrategien entwickelt.
19. März 2026

     

Die Messaging-Plattform Telegram war bislang bekannt dafür, es mit der Blockierung zweifelhafter Kanäle und Gruppen nicht sonderlich ernst zu nehmen. Dies hat sich laut den Sicherheitsforschern von Check Point in letzter Zeit geändert. Ende 2024 wurde CEO Pavel Durov in Frankreich verhaftet, darauf folgte eine deutlich strengere Moderation der geteilten Inhalte und daran beteiligten Akteure. Im Jahr 2025 sollen über 43,5 Millionen Channels und Gruppen blockiert worden sein. Und wurden früher höchstens zwischen 10'000 und 30'000 Abschaltungen getätigt, stieg die Zahl inzwischen auf 80'000 bis 140'000 pro Tag. Der Spitzenwert lag bei über 500'000 Löschungen an einem einzigen Tag.

Die Auswirkungen der strengeren Moderationspolitik seien jedoch begrenzt, hält der Bericht fest. Kriminelle Gruppen würden nicht einfach verschwinden, sondern sich schnell neu organisieren. In vielen Fällen werden bereits vor einer möglichen Sperrung vorbereitete Fallback-Kanäle eingerichtet, sodass nach der Abschaltung der ursprünglichen Präsenz, nahtlos weitergemacht werden kann. Und weitergeleitete Nachrichten, die auf gesperrte Kanäle verweisen, bleiben nach wie vor im Umlauf.


Des Weiteren haben die Experten Umgehungsstrategien identifiziert, die die kriminellen Gruppen anwenden, um Telegram nicht verlassen zu müssen. So werden automatisierte Moderations-Bots per Request-to-join Gating ausgeschlossen – man wird somit nur noch nach einer Anfrage und deren Genehmigung zum Kanal zugelassen. In den Channel-Bios platzieren die Kriminellen Disclaimers, taggen Telegram-Verantwortliche und täuschen so Compliance vor. Telegram bleibe trotz kurzzeitiger Experimente mit alternativen Kanälen wie SimpleX die Plattform der Wahl für Cyberkriminelle Und deren Handel mit gestohlenen Daten, heisst es abschliesend. (ubi)


Weitere Artikel zum Thema

Schweizer Unternehmen werden pro Woche 1166 Mal angegriffen

12. März 2026 - Wie Sicherheitsforscher von Check Point ermittelt haben, ist die durchschnittliche Anzahl Angriffe auf Schweizer Unternehmen im Februar um 7 Prozent auf 1166 Attacken gesunken. Am meisten unter Beschuss standen Energie- und Versorgungsunternehmen.

Telegram säubert Image und sperrt Millionen suspekter Kanäle

18. Dezember 2024 - Telegram säubert die Community seit der Verhaftung von CEO Pawel Durow offenbar nach strengeren Massstäben. In diesem Jahr wurden deutlich über 15 Millionen Gruppen und Kanäle von der Plattform verbannt.

Telegram kommentiert CEO-Verhaftung offiziell

26. August 2024 - Nach der Verhaftung von CEO Pavel Durov bekräftigt Telegram, sich an die EU-Gesetze zu halten. Es sei absurd, Telegram oder seinen CEO für den Missbrauch der Plattform verantwortlich zu machen.


Artikel kommentieren
Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.

Anti-Spam-Frage: Was für Schuhe trug der gestiefelte Kater?
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER