Anthropic, Anbieter des KI-Chatbots Claude, ist im Zwist mit der US-Administration. Das hat nun zur Folge, dass eine Reihe von Rüstungsfirmen, die mit der US-Armee zusammenarbeiten, auf Anweisung des US-Verteidigungsdepartements Anthropic nun aus ihrer Lieferkette werfen, wie "Reuters"
berichtet. Präsident Trump hatte Anthropic zuletzt als Risiko für die Lieferkette bezeichnet und eine sechsmonatige Auslaufphase ausgerufen, in welcher die Unternehmen und Behörden Zeit haben, die Anthropic-Lösungen zu ersetzen.
Der Streit geht auf die Forderung der US-Administration zurück, dass Anthropic die Sicherheitsbarrieren in Claude für die US-Behörden entfernen sollte. Anthropic wiederum beharrte darauf, dass seine KI-Technologie weder für autonome Waffensysteme noch für die Überwachung von US-Bürgern eingesetzt werden darf. Für Präsident Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth war dieses Teilzugeständnis nicht genug, worauf das Unternehmen nun aus den Lieferketten ausgeschlossen wird.
Der Streit löste gleichzeitig aber gewissermassen einen Streisand-Effekt aus und hat damit offenbar auch positive Effekte für
Anthropic: Während den letzten Wochen war die Claude-App in den App Stores von Google und Apple meistens auf den hinteren Plätzen der Top 10 oder gar Top 20 zu finden. Seit der Eskalation des Konflikts lässt Claude seine Konkurrenten wie ChatGPT und Copilot nun plötzlich hinter sich zurück und rangiert aktuell in beiden Stores auf Platz 1 der kostenlosen Downloads.
(win)