Google soll Werbekunden signalisiert haben, dass der KI-Chatbot Gemini ab 2026 Werbeflächen bekommen wird – offiziell bestreitet der Konzern solche Pläne jedoch. "
Caschys Blog" berichtet unter Berufung auf das Fachmagazin "Adweek" (
Paywall), dass Google-Vertreter in Gesprächen mit Agenturen angekündigt haben sollen, Gemini werde ab 2026 Werbeflächen erhalten. Dabei gehe es ausdrücklich um den Chatbot selbst, nicht um die bereits heute bekannten Anzeigen in den KI-Übersichten der Google-Suche. Demnach sollen Anzeigen nicht nur am Rand erscheinen, sondern direkt in die KI-Antwort eingebettet werden, etwa, wenn Gemini erklärt, wie man eine Website baut, und mitten im Antwortfluss eine "hilfreiche" Werbung für einen Domain-Anbieter auftaucht.
Laut den von "Adweek" zitierten Agenturvertretern wurden bislang weder konkrete Anzeigetypen noch Preise oder Testprogramme gezeigt. Die Gespräche werden eher als Vorgespräche zur künftigen Monetarisierung beschrieben als Präsentation eines fertigen Produkts. In dem Bericht wird ausserdem darauf verwiesen, dass Google intern beobachtet, dass Nutzer für KI-Anfragen fast doppelt so lange brauchen wie für eine klassische Suche und diese längere Aufmerksamkeit als potenziell vermarktbare Zeit betrachtet.
Für zusätzliche Brisanz sorgt die öffentliche Reaktion von Dan Taylor, Vice President Global Ads bei
Google. Er
widersprach dem Bericht auf X deutlich und erklärte: "Die Gemini-App enthält keine Werbung und es gibt derzeit keine Pläne, dies zu ändern." Zudem kritisierte er den Artikel mit dem Hinweis, die Geschichte basiere auf "uninformierten, anonymen Quellen, die unzutreffende Behauptungen aufstellen".
(dow)