Korpulente Soundbar mit Atmos-Support
Quelle: Sonos

Sonos Arc

Korpulente Soundbar mit Atmos-Support


Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2020/06

     

Multiroom-Audiospezialist Sonos hat sein Soundbar-Sortiment um das Modell Sonos Arc erweitert. Wobei erweitert das falsche Wort ist, denn mit der Lancierung der Sonos Arc verschwinden die beiden bisherigen Modelle Playbar und Playbase – wobei vor allem Letzteres schade ist, dazu aber später mehr.

Der neueste Wurf von Sonos unterstützt als wesentliche Neuerung Dolby Atmos – das entsprechende TV-Gerät vor­ausgesetzt – und verspricht dadurch realistischen 3D Sound dank insgesamt elf eingebauten Speakern (acht Tief- und drei Hochtöner), die nach vorne, nach oben und auf die Seiten abstrahlen. Ebenfalls an Bord ist ein Mikrophon-Array bestehend aus vier Mikros, die zur Positionsbestimmung und zur Echounter­drückung dienen und die auch für die Sprachsteuerung genutzt werden können. Weiter beherrscht Sonos Arc Funktionen wie Trueplay, um den Sound dem Raum anzupassen, Speech Enhancement, um Sprache besonders klar in den Vordergrund zu holen, oder Night Sound, um laute Soundeffekte etwa bei einem Action­film herunter zu regeln und so den Hausfrieden zu wahren.

Platzprobleme

Wir haben noch vor dem offiziellen Release von Sonos Arc, der am 10. Juni erfolgt, eine Vorabversion der Soundbar zum Testen zugeschickt bekommen. Der Pöstler hatte dabei einiges zu tragen, denn die Soundbar ist mit einem Gewicht von 6,25 Kilogramm kein Leichtgewicht und passt mit ihrer Breite von 114 Zentimetern auch schlecht in den Briefkasten.

Entsprechend lautet der erste Eindruck nach dem Auspacken der Arc auch: Ein ziemlicher Brummer. Dieser Eindruck bestätigt sich in unserem Testszenario auch bei der Suche nach einem geeigneten Plätzchen für den Speaker im trauten Heim. Im Prinzip hat man zwei Optionen, den Lautsprecher anzubringen: entweder vor dem TV oder unter dem TV, sofern dieser an der Wand montiert wurde. Die Soundbar erkennt dabei automatisch, ob sie vor dem TV steht oder an die Wand montiert wurde, und passt die Equalizer-­Einstellungen entsprechend an. Bei uns steht der Fernseher – ein 55-Zoll-Curved-­Modell (UE55HU7200) von Samsung aus dem Jahr 2014 – mit seinem ebenfalls gekrümmten, mittigen Standfuss auf einem TV-Möbel, leicht abgeschrägt, um optimal auf das Sofa ausgerichtet zu sein. Stellen wir nun die Sonos Arc davor, haben wir zwei Probleme: Zum einen hat sie durch den gekrümmten Standfuss des TVs kaum Platz, zum anderen ist sie mit ihren 8,7 Zentimetern höher als der Standfuss des TVs, was zur Folge hat, dass das Bild durch die Soundbar unten abgeschnitten wird. Bleibt als Lösung nur, den Standfuss des TVs zu unterlegen. Und spätestens hier vermissen wir die eingangs erwähnte Sonos Playbase, die wir 2017 getestet haben und die nun aus dem Programm genommen wird. Deren Konzept war nämlich so ausgelegt, dass sie als Podest für den TV dient. Sonos argumentierte damals, dass die meisten TVs ja ohnehin nicht an der Wand hängen, sondern auf einem TV-Möbel stehen (stimmt!), warum man damals eine Lösung entwickelte, die eben nicht vor dem TV steht (tolle Idee!). Langer Rede kurzer Sinn: Wer eine Sonos Arc vor den TV stellen will, sollte abklären, ob die Soundbar auch Platz hat beziehungsweise wie man den fehlenden Platz in der Tiefe oder Höhe schaffen will.

Kinderleichtes Setup

Einmal platziert – anzufügen ist hierzu, dass sich die Arc dank des abgerundeten Designs trotz der beachtlichen Grösse recht dezent in den Raum integriert –, zeigt sich eine der grossen Stärken der Sonos-Welt: Die einfache Einrichtung über die Sonos App. Wir haben hier eine Vorabversion der Version S2 auf iOS verwendet, die am 8. Juni 2020 erscheint und die zumindest optisch weitgehend ausschaut wie die aktuelle Version – und damit leider auch etwas verstaubt. Doch die Art und Weise, wie man Schritt für Schritt und mit Hilfe von Animationen durch das Setup geführt, ist in der Tat löblich und lässt kaum Platz für Fehlkonfigurationen, obwohl der Lautsprecher beispielsweise ins WLAN (optional auch via Ethernet-­Kabel möglich) eingebunden wird, was praktisch automatisch geschieht.

Der Anschluss an den TV erfolgte im Test via HDMI-Kabel über den ARC-Port, womit die Wiedergabe von Dolby-­Atmos-Content bereits möglich wäre – vorausgesetzt, der TV unterstützt das entsprechende Format. Beim Anschluss via ARC kann der Fernseher je nach Modell nämlich die Audioformate Dolby Atmos, Dolby Digital Plus und Dolby Digital weiterleiten. Eine ARC-Verbindung unterstützt allerdings weder TrueHD noch MAT. Dies ist eARC vorbehalten – eARC steht dabei für Enhanced Audio Return Channel und bietet im Wesentlichen mehr Bandbreite als ARC. Ebenfalls möglich ist der Anschluss über den optischen Adapter (auf HDMI, im Lieferumfang enthalten), dann wird aber «nur» Dolby Digital weitergleitet.


Einmal angeschlossen, kann man die Soundbar dank Infrarot-­Empfänger via synchronisierte TV-Fernbedienung oder über die Touch-Steuerung am Gerät selbst steuern. Bevor man Arc aber in Betrieb nimmt, empfiehlt sich das Auspegeln via Sonos’ Trueplay Software. Trueplay – Voraussetzung ist ein iOS-Gerät – passt mit Hilfe des Smartphones respektive dessen Mikrofons den Speaker an die individuelle Akustik des Raumes an. Dazu muss man mit dem Smartphone in der Hand den Arm schwenkend eine Weile durch den Raum gehen, wobei die App auch hierzu eine visuelle Anleitung gibt.

Lauter ist besser

Sonos steht für herausragende Soundqualität, und daran ändert sich auch mit dem neuesten Wurf des kalifornischen Unternehmens nichts. Allerdings: Um das Potenzial der neuen Soundbar voll und ganz auszureizen, lohnt sich ein Blick darauf, was im heimischen Wohnzimmer bereits herumsteht. Dolby Atmos funktioniert nur, wenn die ganze Kette vom Zuspieler (sprich der Settop-Box) über den TV das Format auch unterstützt und entsprechendes Material vorhanden ist. Unser TV im Test spuckte leider nur Dolby 5.1 aus, entsprechend durften wir den Dolby-Atmos-­Effekt leider nicht erleben. Der 5.1-Sound tönt bei genügend weit aufgedrehter Lautstärke zweifelsohne toll, dafür braucht man sich aber nicht zwingend die neue Arc anzuschaffen. Und: Ein echtes 5.1-System mit Speakern an der Rückseite und einem Subwoofer wird auch durch die 999 Franken teure Arc nicht ersetzt. Glücklich hier, wer bereits entsprechende Hardware von Sonos besitzt – denn Arc kann sowohl mit dem Subwoofer Sonos: Sub (übrigens neu als Gen 3 in einer verbesserten Auflage erhältlich) wie auch mit den verschiedenen Sonos-Speakern Sonos One, Five, Play:1, 3 oder 5 für ein Surround-System genutzt werden.


So toll Sonos Arc mit entsprechender Lautstärke tönt – sobald diese heruntergedreht wird und herkömmliche TV-Inhalte ohne 5.1-Sound abgespielt werden, haben wir im Zusammenhang mit unserem TV (der mit 2x 10 Watt bestückt ist) keine markante Verbesserung feststellen können. Leise spielt es schlicht kaum eine Rolle, ob der Sound aus dem TV oder von Arc kommt. Dafür werden bei geringer Lautstärke zwei Features von Sonos interessant: Der Nachtmodus, der die Intensität lauter Soundeffekte reduziert, sowie die Sprachverbesserung, die Dialoge besser verständlich macht. Beide Funktionen bieten eine echte und deutlich hörbare Verbesserung.

Quicktest

Sonos liefert auch mit seinem neuesten Wurf gewohnt hohe Qualität – nicht nur, was den Sound angeht. Allerdings kann Arc ihre volle Wirkung erst bei einem Atmos-fähigen (sprich neuen) TV, hoher Lautstärke und noch besser im Zusammenspiel mit mindestens einem Subwoofer – idealerweise zusätzlich auch mit weiteren Speakern – entfalten. Bedenken sollte man ausserdem, dass Arc bezüglich Abmessungen nicht gerade filigran ist, auch wenn sich das abgerundete Design gut in den Raum integriert. Und mit 999 Franken gehört die Soundbar nicht zu den Schnäppchen am Markt.

Info
Sonos


Wertung:
5 von 6 Sternen (mw)


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Kommentare
Falsche Info: die Play:5 wird nicht unterstützt als Rearspeaker, da Play:5 nur S1 supporter und Arc nur S2! S1 und S2 sind nicht untereinander kompatibel.
Montag, 15. Juni 2020, Dominic

Wenn ihr nicht die hardware habt um ein Produkt zu testen, dann lasst es doch bitte sein! Dieses review ist nicht ernst zu nehmen, schade für die Mühe.
Sonntag, 7. Juni 2020, hifi



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