ETH findet Sicherheitslücken in 5G
Quelle: Swisscom

ETH findet Sicherheitslücken in 5G

ETH-Forscher haben den kommenden Mobilfunkstandard 5G unter Sicherheitsaspekten beleuchtet. Der Datenschutz wird zwar im Vergleich zu 3G und 4G verbessert, allerdings stehen wir weiterhin vor Sicherheitslücken. Und dabei geht es nicht nur um das heimliche Auslesen von Ortungsdaten.
11. Oktober 2018

     

Forschende der Information Security Group der ETH haben den 5G-Mobilfunkstandard einer Sicherheitsanalyse unterzogen, um zu prüfen, ob die nächste Generation wirklich sicherer wird als ihre Vorgängerinnen.

Anhand des Sicherheitsprotokoll-Verifikationstools Tamarin haben die Wissenschaftler rund um Professor David Basin das 5G-Protokoll namens Authentication and Key Agreement näher betrachtet. Die gute Nachricht: Wie Basins Team festhält, wird der Datenschutz mit dem neuen Protokoll im Vergleich zu 3G- und 4G-Technologien deutlich verbessert. Senior Scientist Ralf Sasse erklärt allerdings, man habe bei der Analyse mehrere Probleme gefunden, wie etwa die Möglichkeit, dass einem Teilnehmer die Mobilfunknutzung Dritter in Rechnung gestellt werden kann. Auch könnten Mobilfunkanbieter theoretisch fälschlich behaupten, dass über ihre Netze telefoniert wurde und Anrufdaten oder SMS abfangen.
Die Fehler sollen sich mit kleinen Änderungen am 5G-Protokoll beheben lassen. Daher stehe die Forschergruppe jetzt mit der Organisation 3rd Generation Partnership Project (3GGP) in Verbindung, die die neuen Spezifikationen verantwortet.

Schwieriger seien die gefundenen Probleme rund um das offenbar mögliche heimliche Auslesen von Standortdaten der Mobilfunknutzer aus. Zwar würde hier nicht die komplette Identität des Anwenders preisgegeben, dennoch kann seine Anwesenheit in der näheren Umgebung angezeigt werden. "Wir gehen davon aus, dass aufwändigere Tracking-Geräte künftig auch für 5G-User gefährlich werden können", erklärt Mitautor Lucca Hirschi. Sollte die neue Mobilfunktechnologie mit diesen Spezifikationen eingeführt werden, könne dies umfangreiche Cyberangriffe zur Folge haben. Gemeinsam mit 3GGP wollen die ETH-Forscher gemeinsam Verbesserungen am 5G-AKA-Protokoll entwickeln. (rpg)


Weitere Artikel zum Thema

5G im Xiaomi Mi Mix 3 bestätigt

5. September 2018 - Xiaomi hat bestätigt, dass das neue Flaggschiff mit 5G-Unterstützung kommen wird. Weiter bietet das Gerät eine Notch-freie Front mit Slider-Technologie für die Frontkamera.

Swisscom und Ericsson bauen in Burgdorf ein 5G-Netz

4. September 2018 - Zusammen mit Ericsson baut Swisscom in Burgdorf ein komplettes 5G-Netz. Bereits jetzt konnten darüber erste 5G-Datenübertragungen erfolgreich durchgeführt werden. Mit dem Netz soll die neuste Mobilfunkgeneration unter realen Bedingungen im urbanen Gebiet getestet werden.

Swisscom-Tochter Fastweb übernimmt 5G-Frequenzen von Tiscali

31. Juli 2018 - Mit der Übernahme der 5G-Frequenzen sowie der Fixed-Wireless-Sparte von Tiscali will Fastweb sein Mobil- und Konvergenzgeschäft stärken. Dabei lässt sich die Swisscom-Tochter diesen Deal 150 Millionen Euro kosten.


Artikel kommentieren
Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.

Anti-Spam-Frage: Welche Farbe hatte Rotkäppchens Kappe?
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER