Aufschwung ist...

Aufschwung ist...

8. Oktober 2002 - Auch für KMU gilt: Zu rasch expandieren heisst später kapitulieren.
Artikel erschienen in IT Magazine 2002/35

Zugegeben, sie ist ziemlich dümmlich. Ich meine die derzeit laufende Volksmotivationskampagne, die uns in Form etwas angestaubt wirkender "Liebe ist..."-Zeichnungen von Plakatwänden entgegenlächelt. Mit Plakaten allein lässt sich ein Aufschwung gleich welcher Art wohl kaum herbeireden. Ausserdem entspricht die Gestaltung der Poster nicht gerade dem neuesten Stand der Grafik; trendy ist sie schon gar nicht.
Für die gut gemeinte, aber etwas misslungene Aktion zeichnet übrigens ein "Komitee für den Aufschwung" verantwortlich (www.aufschwung-ist.ch), das vom Direktor des Hotels Waldhaus am See, St. Moritz, und dem CEO von McDonalds über diverse mehr oder weniger bekannte PolitikerInnen - vornehmlich aus dem bürgerlichen Lager - bis zum Volksmusikstar Maya Brunner ("Sängerin und Schauspielerin") so manche illustre Schweizer Persönlichkeit zu seinen Mitgliedern zählt.


Genug gejammert!

Trotz antiquiertem Daherkommen ist der Aufschwung-Ist-Kampagne eines zugute zu halten: Endlich einmal eine Stimme aus der Wirtschaft, die dem sonst üblichen Gejammer über schlechte Rahmenbedingungen und miesen Geschäftsgang eine positive Stimme entgegenstellt. So schlecht kann es einer Wirtschaft ja gar nicht gehen, die Missmanagement mit millionenschweren Abfindungen belohnt und Kaderlöhne alljährlich etwa gleichermassen steigen lässt, wie sich fürs gemeine Volk die Krankenkassenprämien erhöhen.



Es ist ganz klar, dass es - um beim Generalthema dieser Publikation zu bleiben - zum Beispiel der IT-Industrie nicht mehr so gut geht wie auch schon. Ich erinnere mich gerne an die goldenen Zeiten, in denen man auch als einfacher Product Manager etliche Male pro Jahr in der Businessklasse über den grossen Teich fliegen durfte und vom Chef anlässlich der Swissdata (so hiess früher einmal die Orbit) ins Restaurant Bruderholz eingeladen wurde (vulgo als "Stucki" bekannt). Heute kommt so etwas kaum mehr vor - und dies nicht bloss, weil Stucki himself in der Zwischenzeit verstorben ist.



Heute nämlich sind die Margen knapp, produziert wird "just-in-time", und es herrscht in der IT ein ebenso gnadenloser Preiskampf wie bei den Airlines.



 
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