Vom eigenen Rechenzentrum ins externe Datacenter

Vom eigenen Rechenzentrum ins externe Datacenter

Vom eigenen Rechenzentrum ins externe Datacenter

(Quelle: iStock Photo)
Artikel erschienen in IT Magazine 2018/11
Seite 1
3. November 2018 -  Von Dieter Brack

Build or buy? Selten stellt sich die Frage so klar wie bei der Planung von Räumlichkeiten für IT-Infrastrukturen. Sollen die IT-Anlagen in-house betrieben werden – oder soll Fläche bei einem kommerziellen externen Datacenter-Betreiber angemietet werden? Letzteres verlangt Anpassungen in der Firmenkultur und sorgfältige Planung.
Hardware muss periodisch auf den neuesten Stand gebracht werden, weil die regulatorischen Anforderungen gestiegen sind, höhere Datentransfergeschwindigkeiten technisch möglich werden, neue Applikationen mehr Kapazität verlangen, Wissensträger in Pension gehen – dies sind nur einige der Gründe, warum es sich lohnt, die gesamte IT auf den Prüfstand zu stellen. Der notwendig gewordene Ausbau der bestehenden IT ist dann in aller Regel auch ein Grund für die Fragestellung, ob die Infrastrukturen in Zukunft noch on-premise betrieben werden (in diesem Artikel: "internes Rechenzentrum") oder in ein externes Datacenter (hier: "Datacenter") migriert werden sollen.

Was veranlasst Unternehmen, ins Datacenter zu ziehen?

Praktisch alle Unternehmen verfügen heute bereits über Rechenzentren an zwei Standorten in unterschiedlichen geografischen Kammern. Meist gilt es, den weniger optimalen Standort zu ersetzen – manchmal zeitversetzt auch beide. Oft liegt die Ursache darin, dass Risiken am bestehenden Standort nicht ganz ausgeschlossen werden können. Aber auch geplante Firmenzukäufe können die Anforderungen an die IT verändern. In solchen Fällen bietet ein externes Datacenter die notwendige Flexibilität und Skalierbarkeit. Die Initiative für die Beurteilung eines kommerziellen Datacenters als Ersatz des bestehenden internen Rechenzentrums geht dabei häufig von der Geschäftsleitung aus. Diese ist sich durchaus bewusst, dass der am Firmensitz für IT genutzte Raum auch ein Kostenfaktor ist, insbesondere, wenn er angemietet werden musste. Zu den Mietkosten kommen die Wartungskosten, Erneuerungskosten und allenfalls Lizenzkosten hinzu. Während im eigenen Rechenzentrum Infrastrukturkapazitäten immer für den Maximalbedarf vorgebaut sein müssen, fallen im Datacenter nur Kosten für die tatsächlich benötigte Kapazität an, da Erweiterungen dynamisch ergänzt werden können.

Eine Frage der Kosten

Letztlich ist es also immer auch eine Frage der Kosten, ob sich im Rahmen der Erneuerung und Veränderung der IT eine interne oder externe Lösung für die Liegenschaft anbietet. Bei manchen Unternehmen ist eine interne RZ-Lösung vorgezeichnet. Sei es, dass das Unternehmen bereits moderne RZ-Kapazität besitzt, oder die Liegenschaft für die Unterbringung eines RZs vorbereitet wurde. Meist ist es jedoch umgekehrt: Die Dimensionen des bestehenden Rechenzentrums entsprechen nicht mehr den Anforderungen, Raumhöhen sind zu niedrig, die Stromzufuhr ist knapp bemessen oder die Kühlung unterdimensioniert. Investitionen in eine umfassende Erneuerung der Infrastrukturen würden viel Geld verschlingen. In solchen Fällen fragt sich die Geschäftsleitung, ob der Unterhalt der Räumlichkeiten für die IT-Infrastrukturen eigentlich noch zu den Kernkompetenzen zählt. Sollte man diesen Bereich nicht auch auslagern, so wie manches andere in der jüngsten Vergangenheit outgesourced wurde?

Weitere Vorteile der IT-Auslagerung sind die zusätzlichen Services, die ein Datacenter bietet. Dazu zählen auch Zugangsmöglichkeiten und Überwachung rund um die Uhr. Im eigenen Rechenzentrum wird man sich wohl mit Zugangszeiten von 9 bis 17 Uhr begnügen müssen, im Datacenter ist 24×7 selbstverständlich. Hinzu kommt das Einsparungspotential im Hinblick auf die Effizienz. Datacenter sind von vornherein so konzipiert, dass sie möglichst wenig Strom verbrauchen, denn Energie ist – mit etwa einem Drittel der Gesamtkosten – ein besonders wichtiger Faktor für die Preisbestimmung. Datacenter-Betreiber sind also bemüht, stets die neuesten Technologien einzusetzen, um Strom sparen zu können. Wer hingegen ein Rechenzentrum selbständig betreibt, wird die erworbenen Systeme möglichst lange nutzen wollen. Dadurch bleibt der Strombedarf auf unverändert hohem Niveau.
 
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