Test Center – Acer ConecptD 3 Ezel Pro

Das Showpony-Notebook

Das Showpony-Notebook

Artikel erschienen in IT Magazine 2021/03

Anschlüsse, wie man es sich wünscht

Auch abgesehen vom Display und der Qualität des Ezel-Scharniers überzeugt das Notebook bezüglich Verarbeitung. Beim Gehäuse setzt Acer auf eine Magnesium-Aluminium-Legierung, die besonders widerstandsfähig und leichter als normales Aluminium sein soll. Ausserdem soll eine Keramikoberfläche für zusätzliche Robustheit sorgen und zudem schmutzabweisend sein, was angesichts des strahlenden Weiss des Rechners durchaus im Sinne des Besitzers sein dürfte. Hübsch ist auch die bernsteinfarbene Hintergrundbeleuchtung der Tastatur in voller Grösse mit Scherenmechanik, die ein angenehmes Schreibgefühl bietet. Auffallend das grosse Touchpad, das ebenfalls aus Corning Gorilla Glass gefertigt ist und mehr Platz zum Navigieren bietet.

Erfreulich ist die Anschlussvielfalt. Während man bei anderen Geräten schon froh sein muss, wenn sich irgendwo ein USB-Port findet, bietet Acer beim ConceptD 3 Ezel Pro zwei USB-3.2-Typ-A-Anschlüsse, einen Thunderbolt-2-USB-Typ-C-Port, einen SD-Kartenleser, einen Mini-Display- sowie einen HDMI-Anschluss.

Schade ist, dass beim 14-Zöller der Gigabit-Ethernet-Port fehlt, den Acer beim 15,6-Modell des ConceptD 3 Ezel Pro (das in der Schweiz leider nicht verkauft wird) verbaut. Dafür unterstützt das das integrierte WLAN bereits WiFi 6. Ebenfalls verbaut hat Acer einen Fingerprint-Reader, und zwar im Power­knopf auf der rechten Seite. ­

Ein Wort noch zu den Lüftern. Acer spricht im Zusammenhang mit dem Rechner von einer optimierten Kühltechnologie namens Vortex Flow und vom Einsatz von dualen, hocheffizienten Lüftern, die dafür sorgen sollen, dass die Komponenten auch bei hoher Auslastung kühl bleiben, ohne zu viel Lärm zu verursachen. Entsprechend finden sich auf jeder Seite sowie der ganzen Rückseite des Gehäuses auch Lüftungsschlitze. Tatsächlich wird das Gerät auch bei hohen Anforderungen, Benchmark-Tests etwa, kaum warm. Allerdings machen sich die Lüfter bei ebendieser hohen Belastung doch recht deutlich bemerkbar. Acer verspricht zwar, dass der Geräuschpegel unter 40 dB bleibt, doch das eher hohe Lüftergeräusch des ConceptD 3 Ezel Pro lässt sich nicht ignorieren und ist störend. Gleichzeitig muss man auch sagen, dass herkömmliche Office-Arbeiten absolut geräuschlos verrichtet werden.

Und wenn wir gerade beim Thema Geräusche sind: Die Speaker, die hinter der Tastatur liegen, sind keine Offenbarung, liefern aber soliden Sound, wie man dies von einem Notebook erwarten kann. Aber: Legt man das Display zwischen Tastatur und Touchpad, was etwa beim Videoschauen eine häufige Position sein dürfte, entsteht dahinter quasi ein dreieckiger Resonanzkörper, was dem Sound allerdings nicht zuträglich ist – im Gegenteil: die Speaker tönen dann etwa wie aus einer Dose.

Ansprechende Leistung

Zu den bereits erwähnten Benchmark-Tests respektive der Leistung des ConceptD 3 Ezel Pro: Acer hat in unserem Testgerät einen Intel Core i7-10750H verbaut, einen 6-Kern-Chip der zehnten Generation mit 2,6 GHz (max. 5 GHz), der vor allem in Mittelklasse-Notebooks verwendet wird. Ebenfalls an Bord ist eine Nvidia-Quadro-T1000-Grafikkarte mit 4 GB – auch hier bedient sich Acer bei Komponenten der Mittelklasse. Speicherseitig finden sich 16 GB RAM sowie eine SSD mit 1 TB, die via PCI Express angehängt ist.

In dieser Konfiguration erreicht der Acer-Rechner mit dem Benchmarking-Tool PCMark 10 einen Gesamtscore von 4906 Punkten. Damit spielt der ConceptD 3 Ezel Pro in der Notebook-Liga durchaus vorne mit. Auf der Plattform «Anandtech» erreicht etwa Acers Nitro 5 (2020) – ein Gamer-Laptop – mit einem Ryzen 5 4600H Chip sowie Radeon-6- und GTX-1650-Grafik und 8 GB RAM ähnliche Punktzahlen. Beim Essentials-Score, wo unter anderem Anwendungsstarts, Videokonferenzen oder Web Browsing getestet werden, erreicht das ConceptD 3 Ezel Pro 9166 Punkte und liegt damit im Vergleich mit anderen von «Anandtech» gebenchmarkten Rechnern im vorderen Drittel. Das Surface Book 3 mit Core i7-1065G7, GTX-1650-Grafik und 32 GB RAM, das «Swiss IT Magazine» im letzten Sommer getestet hat, erreichte hier zum Vergleich 7652 Punkte. Gleiches gilt für den Produktivitäts-Score des Acer-Rechners, der 7842 Punkte beträgt (Surface Book 3: 6912 Punkte), sowie den Score für das Thema Digital Content Creation, der beim ConceptD-Rechner bei 4458 Punkten liegt (Surface Book 3: 3338 Punkte). Gerade letzterer Score dürfte angesichts der Zielgruppe von Acer – Kreative – auf besonderes Interesse stossen. Doch auch wenn der ConceptD 3 Ezel Pro im Vergleich mit allen anderen Notebooks, die «Swiss IT Magazine» in den letzten Monaten getestet hat, deutlich vorne liegt, findet man auf «Anandtech» doch zahlreiche Rechner, die teils deutlich höhere Scores erreichen, etwa der bereits erwähnte Acer Nitro 5, der auf 5715 Punkte kommt.

Nebst PCMark 10 haben wir auch Geek­bench auf dem Acer-Test-Notebook laufen lassen, mit dem wir im Dezember bereits Apples Macbook Air mit dem beeindruckenden M1-Chip sowie das faltbare Lenovo Thinkpad X1 Fold getestet haben. Der Acer-Rechner kommt im Single Core Score auf 1247 Punkte und ist somit deutlich performanter als das Lenovo-Gerät (816 Punkte), liegt aber hinter dem Macbook Air mit Apple-Herz (1704). Besonders überzeugt hatte Apple beim Multi Core Score, wo das Macbook Air auf 7307 Punkte kam, während das X1 Fold von Lenovo lediglich 1663 Punkte erreichte. Der ConceptD-Rechner liegt hier mit 5526 Punkten deutlich näher beim Apple-Gerät, weiss also zu überzeugen. Beim OpenCL Score schliesslich, mit dem Geekbench die Performance der GPU bei gängigen Grafik-Tasks (etwa Bildverarbeitung) testet, kommt der Acer-Rechner mit seiner Quadro-T1000-Grafikkarte auf 33’499 Punkte, womit nicht nur der Faltrechner von Lenovo mit integrierter Intel-Grafik der 11. Generation (5067 Punkte), sondern auch Apples M1 (18’286 Punkte) deutlich geschlagen wird.

Last but not least noch die Testergebnisse, was die Akku-Laufzeit angeht. Beim Testlauf Modern Office von PCMark 10, mit dem der moderne Büroalltag inklusive gelegentlichen Videokonferenzen simuliert wird, kam der Rechner exakt 9 Stunden ohne Strom aus. Damit bewegt sich das ConceptD 3 in etwa auf Augenhöhe mit dem Surface Book 3, das wir früher im Text bereits als Referenz hinzugezogen haben und dessen Akku 9 Stunden 18 Minuten hielt. Bei der Videodauerwiedergabe hielt der ConceptD-­Akku sogar etwas länger, nämlich 9 Stunden und 18 Minuten. Hier hat beispielsweise der Akku des Asus Expertbook B9, das wir letzten Sommer testeten und für das ins3besondere mit der Akku-Laufzeit (mehr als 20 Stunden) geworben wurde nur gut 2 Stunden länger gehalten ­(11 Std. und 36 Min.). Derjenige des Surface Book 3 hielt derweil mit 9 Stunden ­6 Minuten ähnlich lange. Alles in allem somit eine solide Leistung für ein Notebook, das wie das ConceptD eher auf Multimedia-­Leistung ausgelegt ist.

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