Kunden des Hosting-Providers
Webland, darunter viele Schweizer KMU, mussten vor einiger Zeit teils wochenlange Ausfälle in Kauf nehmen, waren nicht erreichbar und verloren Aufträge ("Swiss IT Magazine"
berichtete). Jetzt erhalten die Betroffenen eine Entschädigung – aber das Geschäftsgebaren von Webland führt damit erneut zu erheblichem Ärger, wie das SRF-Konsumentenmagazin "Espresso"
berichtet. Denn die Entscheidung ist nichts anderes als schmürzelig, wie die Moderatorin es formuliert. In einem Fall habe sie 20 Franken, in einem anderen 13 Franken und in einem dritten gerade einmal nicht ganz 3 Franken betragen.
Dementsprechend erbost reagieren die entschädigten Kunden auf Trustpilot. Dort liegt die durchschnittliche Bewertung von Webland.ch aktuell bei 1,7 von fünf Sternen und damit tief im roten Bereich. Es gebe nach wie vor immer wieder Ausfälle, der Support sei unzureichend. Der Kunde, der mit 13 Franken entschädigt wurde, schreibt, es wäre ehrlicher gewesen, gar nichts zu geben als einen solch lächerlichen Beitrag – die Reduktion von 13 Franken bringe das Fass zum Überlaufen. Ein zweiter Kunde, entschädigt mit 2.70 Franken, schreibt schlicht: Schämt euch! Und der Kunde mit der 20-Franken-Entschädigung meint, das decke nicht einmal ansatzweise auch nur einen Teil des erlittenen Schadens.
Webland Schweiz hat auf die Nachfrage von "Espresso" nicht geantwortet, stattdessen der schwedische Mutterkonzern Miss Group. Die Entschädigung erfolge gemäss den AGB, also proportional nach der Dauer der Ausfälle. Man habe Verständnis für die Unzufriedenheit, halte sich aber an die Vereinbarungen. Und man sei offen für einen Dialog mit den unzufriedenen Kunden. Im Fall der Entschädigung von 20 Franken hiess es seitens Provider als Antwort allerdings lediglich, es tue ihnen leid, aber es lasse sich nichts mehr machen. Die Gutschrift spiegle die rechnerische Ausfallzeit.
(ubi)