Der Sicherheitsforscher Mark Blaszczyk deckt ein hochgefährliches Android-Sicherheitsproblem auf: Android-Smartphones lassen sich durch die Übermittlung einer manipulierten SMS-Nachricht zum Absturz bringen, und dies ohne weiteres Zutun des Nutzers – die Nachricht muss dazu nicht einmal geöffnet werden. Blaszcyk nennt das Ganze "SMS of Death" und merkt in seinen detaillierten technischen Erläuterungen an, dass seine einzige böswillig gestaltete WAP Push SMS die Betriebssystemkomponente com.android.phone crashen lässt und damit im Gang befindliche Anrufe inklusive solche an Notfallnummern jäh abbricht.
Das Perfide daran ist, dass die bösartigen SMS in den Nachrichten gar nicht erscheint und das System deshalb keine Benachrichtigung ausgibt. Ausserdem würden die Mobilfunkprovider solche nicht bestätigten Nachrichten immer wieder neu senden, sodass die Geräte wiederholt abstürzen – eine einzige Nachricht hat in seinen Tests dazu geführt, dass das Smartphone bis zu einer Woche immer wieder mal unbrauchbar wurde. Darüber hinaus verbleibt die manipulierte Nachricht in der SMS-Queue und wird bei jedem Neustart des Geräts wieder berücksichtigt. Damit stürzt das Smartphone bei jedem Startvorgang sofort erneut wieder ab. Blaszczyk hat das Problem auf Geräten verschiedener Marken untersucht, darunter ein Pixel 9 mit Firmware vom April 2026 und verschiedene Galaxy-Smartphones von Samsung, "mit einer Reproduktionsrate von 100 Prozent", wie er ausführt.
Gemeldet wurde das Sicherheitsproblem am 5. Mai 2026, veröffentlicht am 29. Oktober. Eine Wiederherstellung betroffener Geräte sei nur via ADB (Android Debug Bridge) möglich, Normaluser müssten damit rechnen, dass ihr Smartphone unbrauchbar werde. Betroffen sind die Android-Versionen 12 bis 17. Für die Versionen 14 bis 17 gibt es seit Oktober 2026 ein Update mit entsprechendem Patch.
(ubi)