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Die neue Mobile-Währung
Quelle: Huawei Technologies Switzerland AG
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Die neue Mobile-Währung

Wie erzielt die Mobilfunkbranche in Zukunft mit KI Erlöse? Huaweis Antwort: Token-Ökonomie – und Netze, die Konnektivität und Rechenleistung verbinden.
8. Oktober 2026



Vier Jahrzehnte folgte das Mobilfunkgeschäft einer einfachen Logik: verbinden und Bandbreite verkaufen. An der internationalen Mobilfunkmesse MWC Shanghai 2026 lautete die neue Frage: Was kann die Branche künftig über Konnektivität und Bandbreite hinaus verkaufen?

Vom Datentransport zum KI-Geschäft

Huaweis Antwort: Rechenleistung und KI-Dienste – abgerechnet in Tokens. Tokens sind Recheneinheiten grosser Sprachmodelle. Zunehmend werden sie zum ökonomischen Massstab: Jede KI-Anfrage und jede Interaktion zwischen KI-Agenten benötigt Rechenleistung, Netzkapazität und Speicher – ein Verbrauch, der sich in Tokens messen und abrechnen lässt. So wird der Token zur finanziellen Recheneinheit der intelligenten Wirtschaft und potenziell auch der Mobilfunkbranche.

Entscheidend ist dabei, dass sich dieser Verbrauch messen, zuordnen und abrechnen lässt. Für Netzbetreiber entsteht damit die Möglichkeit, nicht nur Datenvolumen, sondern auch die Nutzung von Rechenleistung zu monetarisieren.

Dass diese Entwicklung an Bedeutung gewinnt, zeigen Daten des Marktforschungsarms der GSMA, GSMA Intelligence. Fast vier von fünf Organisationen setzen KI bereits auf mittlerem oder fortgeschrittenem Niveau ein. Bis 2030 dürfte KI zum grössten Posten der digitalen Transformationsausgaben von Unternehmen werden und rund 20 Prozent der Gesamtinvestitionen ausmachen – mehr als 5G-Konnektivität, Cloud-Infrastruktur, Cybersecurity oder IoT. Für Netzbetreiber eröffnet sich damit ein wachsender Markt jenseits ihres traditionellen Geschäfts mit Konnektivität.

KI wird zur Netzaufgabe

Hinzu kommt, dass KI künftig eine grössere Rolle in den Netzen selbst spielen wird. David Wang, Deputy Chairman und Rotating Chairman von Huawei, sagte an der MWC: «Bisher verbinden Mobilfunknetze Menschen und Dinge. Künftig vernetzen sie auch KI-Systeme und KI-Agenten.»

Für das kommende Jahrzehnt erwartet Wang Milliarden solcher KI-Agenten. Sie werden über Cloud, Edge, autonome Maschinen und intelligente Geräte verteilt operieren und in Echtzeit miteinander kommunizieren. Dafür müssen die Netze künftig auch Rechenprozesse koordinieren. Entscheidend wird damit nicht nur, wie viel Bandbreite verfügbar ist, sondern auch, wo Rechenleistung bereitsteht und wie schnell sie erreichbar ist.

Die Infrastruktur für das KI-Geschäft

Für die Netze bedeutet KI deshalb mehr als zusätzlichen Datenverkehr. KI-Anwendungen erzeugen andere Verkehrsmuster, verlangen verlässliche Reaktionszeiten und stellen höhere Anforderungen an den Uplink. Besonders dort, wo KI-Systeme in Echtzeit mit Maschinen, Fahrzeugen oder anderen Agenten interagieren, werden geringe Latenzen und stabile Verbindungen entscheidend. In der Verbindung von Konnektivität und Rechenleistung sieht Huawei eine neue Chance für Netzbetreiber.

An der MWC Shanghai zeigte Huawei, wie die dafür nötige Infrastruktur aussehen könnte. Das Mobilfunknetz soll Uplink-Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbps ermöglichen und flächendeckend 20 Mbps bereitstellen. Ergänzt wird es durch ein Computing-Netz, das Rechenlasten über Städte, Regionen und zentrale Hubs verteilt und mit Latenzringen von 1, 5 und 20 Millisekunden unterschiedliche Anforderungen abdeckt. Hinzu kommen Rechenzentren auf Supernode-Architektur sowie eine Modellplattform, mit der Netzbetreiber Token-Dienste in grossem Massstab betreiben können.

Neue Dienste auf neuer Infrastruktur

Auf dieser Infrastruktur können Netzbetreiber neue KI-basierte Dienste anbieten. Im Privatkundengeschäft reichen die Möglichkeiten von persönlichen Anrufassistenten und mobilen KI-Begleitern bis zu vernetzten Smart-Home-Anwendungen. Damit entstehen personalisierte Dienste, die über klassische Telefonie und Datenpakete hinausgehen und zusätzliche Erlöse pro Kunde ermöglichen.

Auch im Geschäftskundenmarkt erweitert sich das Angebot. Carrier können KMU standardisierte Pakete aus Rechenleistung, digitalen Mitarbeitenden, Token-Diensten und Konnektivität bereitstellen. Rechenintensive Anwendungen lassen sich zudem über latenzarme Compute-Network-Verbindungen direkt an die benötigte Infrastruktur anbinden. Damit wird der Netzbetreiber vom reinen Transporteur von Daten zunehmend auch zum Anbieter von Rechenleistung und KI-Diensten.

Neue Erlöse jenseits des Datenvolumens

Für Carrier bedeutet das eine Verschiebung vom Verkauf standardisierter Datenpakete hin zu höherwertigen Diensten. Erlöse entstehen dann nicht mehr allein über das transportierte Datenvolumen, sondern auch über Rechenleistung, KI-Funktionen und definierte Servicequalität.

Genau darin liegt die wirtschaftliche Logik hinter der Token-Ökonomie: Wer Konnektivität, Rechenleistung und KI-Dienste zusammenführt, kann an einem grösseren Teil der Wertschöpfung teilnehmen als bisher. Das nächste Wachstumskapitel der Telekombranche wird damit nicht mehr allein in Bytes geschrieben, sondern zunehmend auch in Tokens.

Der Autor

Manuel Küffer
Senior Manager Media & Public Affairs
Huawei Technologies Switzerland AG
www.huawei.com/ch

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