Am heutigen Dienstag, 19. August, startet ein vielbeachteter Prozess gegen
Meta in den USA. Das Unternehmen soll der Anklage zufolge bewusst junge Nutzer manipuliert und geschädigt haben. Die Basis der Vorwürfe sind die 2021 veröffentlichten
Facebook Files, die von der ehemaligen Mitarbeiterin Frances Haugen geleakt wurden ("Swiss IT Magazine"
berichtete).
Verglichen wird der Prozess von den Klägern mit den wegweisenden Verfahren gegen die Tabakindustrie und die Pharmahersteller hinter der amerikanischen Opioidkrise, wie "BBC"
schreibt. Falls Meta den Prozess verlieren sollte, dürften die Folgen schwer wiegen.
Die Rede ist gar davon, dass für
Instagram und Facebook absolut zentrale Funktionsmuster verboten werden könnten. Das könnte etwa die angezeigte Zahl von Likes betreffen, aber auch das unendliche Scroll-Verhalten – wahrscheinlich gar die wichtigste Kernfunktion der grössten Social-Media-Plattformen. Dazu kommen Forderungen nach milliardenhohe Schadensersatzzahlungen. Weitere Forderungen umfassen eine klare Alterskontrolle für Kinder und Teenager, Anpassungen des Dopamin-gesteuerten Algorithmus und die Abschaffung der Auto-Play-Funktion für Videos.
Wichtig im Prozess ist, dass Meta vorgeworfen wird, von der schädlichen Wirkung gewusst und bewusst davon profitiert zu haben. Der Social-Media-Riese streitet alle Vorwürfe ab. Die Beweislage werde das langjährige Engagement für die Förderung junger Menschen belegen, wie es in einer Stellungnahme heisst.
(win)