In ihrem Ende Januar veröffentlichten, noch ungeprüften
Paper "Vibe Coding Kills Open Source" bemängeln die renommierten Informatiker Miklós Koren, Gábor Békés, Julian Hinz und Aaron Lohmann die Auswirkungen von Vibe-Coding, dem KI-basierten Generieren von Software-Code. Zwar sprechen sie von einer beachtlichen Produktivitätssteigerung durch den Einsatz entsprechender Chatbots – gleichzeitig sehen die Experten aber auch eine erhebliche Gefahr für das Open-Source-Ökosystem.
So würde sich mit Vibe Coding die Rolle der menschlichen Entwickler verändern und deren persönliches Engagement untergraben – auch durch fehlende Monetarisierungsmöglichkeiten. Vielmehr agieren sie zusehends als Manager der Vibe-Coding-Bots, was sich auf Entscheidungsprozesse hinsichtlich der eingesetzten Tools und Bibliotheken auswirkt. Das verändert auch die Zusammenarbeit innerhalb der Community. Schon jetzt ist laut der Untersuchung auf Plattformen wie Stack Overflow ein Rückgang der Interaktion zu beobachten. Gleichzeitig tragen die Bots selbst wenig zum Ökosystem bei, melden keine Bugs oder geben Feedback.
Allerdings betonen die Autoren auch, dass die Lösung dieses Problems nicht darin besteht, die Einführung von KI zu verhindern. Dafür sind die Vorteile schlicht zu gross. Sie fordern vielmehr, Geschäftsmodelle und Institutionen neu zu gestalten, um Open-Source-Entwicklern eine alternative Monetarisierung zu ermöglichen und so neue Anreize zu schaffen. "Die Infrastruktur für diese Massnahmen ist weitgehend vorhanden; was benötigt wird, sind Koordination und Wille", erklären die Informatiker. "Wir betrachten dieses Papier nicht als Untergangsprophezeiung, sondern als Aufruf zum Handeln. "Das Open-Source-Ökosystem entstand aus einer Reihe technologischer und institutioneller Innovationen – dem Internet, verteilter Versionskontrolle,
Github, Paketmanagern –, die private Anreize mit dem kollektiven Nutzen in Einklang brachten. Vibe-Coding stört diesen Einklang."
Was Vibe Coding tatsächlich leisten kann? Wir haben kürzlich das Tool Caffeine.ai auf Herz und Nieren getestet. Den gesamten Test finden Sie
hier.
(sta)