Adobe will künftig mehr in KI investieren und stellt, unter anderem wohl deshalb, die 2D-Animationssoftware Animate ein. In der
knappen Ankündigung hält Adobe fest, dass neue Kunden die Software ab 1. März 2026 nicht mehr herunterladen können – bis dann ist sie in der Creative Cloud Desktop App über die Option Show older Apps noch verfügbar. Die aktuelle Version 24.0 stammt vom Oktober 2023, seither wurde Animate nicht mehr weiterentwickelt.
Enterprise-Kunden können bis 1. März 2029 die Software weiter nutzen, ihre Inhalte herunterladen und technischen Support erhalten. Für alle anderen Kunden gilt dies bis zum 1. März 2027. Als Alternativen aus dem Adobe-Portfolio nennt der Hersteller verschiedene Apps, die jedoch jeweils nur einen Teil der Animate-Funktionalität abdecken. So unterstütze After Effects mit dem Puppet Tool komplexe Keyframe-Animationen, und Adobe Express biete einfach anzuwendende One-Click-Animationseffekte.
Anwender sind über Adobes Entscheidungen nicht begeistert und reagieren mit Unverständnis bis Wut, wie eine
Diskussion auf Reddit zeigt. Dabei weisen Nutzer unter anderem darauf hin, dass es seitens Adobe keine gleichwertige Alternative gebe. Auf X
fordert ein User Adobe auf, Animate doch wenigstens als Open Source zu veröffentlichen, statt es einfach einzustellen. Auch hier findet sich unter dem Originalpost zahlreiche erboste Kommentare bis hin zu "Das ruiniert echt mein Leben".
Adobe selbst erklärt seine Entscheidung wie folgt: "Animate ist ein Produkt, das seit über 25 Jahren existiert und seinen Zweck bei der Schaffung, Pflege und Entwicklung des Animations-Ökosystems gut erfüllt hat. Mit der Weiterentwicklung der Technologien entstehen neue Plattformen und Paradigmen, die den Bedürfnissen der Nutzer besser gerecht werden. In Anbetracht dieser Veränderung planen wir, die Unterstützung für Animate einzustellen."
Zur Erklärung: Animate hat seinen Ursprung in der 1996 veröffentlichten Software Futuresplash Animator, deren Entwickler von Macromedia aufgekauft und in Macromedia Flash umbenannt wurde. Macromedia wurde 2005 seinerseits Teil von
Adobe, das die Software in Flash Professional umtaufte und 2015 im Zug des Umstiegs vom Client-seitigen, ständig von Sicherheitslücken geplagten Flash Player auf HTML5 erneut umbenannte, seitdem heisst sie Adobe Animate.
(ubi)