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Frankreich kehrt Teams und Zoom den Rücken
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Frankreich kehrt Teams und Zoom den Rücken

Französische Behörden arbeiten in Zukunft nicht mehr mit Teams, Zoom und anderen Tools von nichteuropäischen Anbietern, sondern mit der in Frankreich entwickelten und gehosteten Videokonferenzlösung Visio.
27. Januar 2026

     

Der französische Staat macht mit der digitalen Souveränität ernst: Statt Teams, Zoom, Gotomeeting und Webex müssen Behörden ab 2027 die in Frankreich von der Direction Interministerielle du Numérique (DINUM) entwickelte und bei der Dassault-Tochter Outscale gehostete Videokonferenzplattform Visio nutzen. KI-Funktionen für Visio stammen ebenfalls aus Frankreich, entwickelt von den Start-ups Pyannote (Transkription) und Kyutai (Realtime-Untertitel, ab Sommer 2026). Dies hat David Amiel, Minister für öffentlichen Dienst und Staatsreform, in einer Mitteilung bekanntgegeben. Das Ziel ist demnach erklärtermassen, mit dem Einsatz nichteuropäischer Tools Schluss zu machen.

Positiv wird in der Mitteilung auch hervorgehoben, dass sich mit einer einheitlichen Lösung statt mehreren verschiedenen Tools die Datensicherheit erhöht und die Zusammenarbeit zwischen den Behörden verbessert. Neben dem Plus an digitaler Souveränität erwähnt die Mitteilung zudem Kosteneinsparungen. Pro 100'000 User, die neu Visio nutzen, entfallen bisherige Lizenzkosten im Umfang von einer Million Euro pro Jahr.


Die neue Lösung Visio wurde testweise vor rund einem Jahr eingeführt und wird von 40'000 Usern in 15 Ministerien und zahlreichen Verwaltungseinheiten regelmässig genutzt. Mit dem angezielten Ende von Teams & Co. sollen zunächst weitere 200'000 Anwender hinzukommen, dies aus verschiedenen Behörden wie dem Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CRNS), der gesetzlichen Krankenversicherung Assurance Maladie, der Finanzdirektion (DGFiP) und dem Verteidigungsministerium. (ubi)


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