cnt
Anthropic-CEO vergleicht KI-Chip-Exporte nach China mit Atomwaffe
Quelle: Depositphotos

Anthropic-CEO vergleicht KI-Chip-Exporte nach China mit Atomwaffe

Der Anthropic-CEO Dario Amodei kritisiert die Lockerung der US-Exportregeln für leistungsstarke Nvidia-KI-Chips nach China scharf. Er warnt, dass solche Lieferungen Chinas KI-Entwicklung beschleunigen und langfristig die Sicherheit der USA und die globale Stabilität gefährden könnten.
21. Januar 2026

     

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Dario Amodei in einem Bloomberg-Interview deutliche Worte für die aktuelle US-Handelspolitik gefunden. Im Zentrum steht die Entscheidung der Trump-Regierung, das Exportverbot für bestimmte KI-Chips nach China teilweise zu lockern. Amodei nannte das einen gravierenden strategischen Fehler und verglich die Lieferung dieser Hardware mit dem Verkauf von Atomwaffen an Nordkorea.


Konkret betrifft die Lockerung laut dem Interview Prozessoren wie Nvidias H200, die wieder an chinesische Kunden geliefert werden dürfen, allerdings belegt mit einem Zoll von 25 Prozent. Die US-Regierung argumentiere dabei vor allem wirtschaftlich und setze auf neue Einnahmen durch Zölle. Amodei hält dem entgegen, dass der H200 trotz weiterer Beschränkungen für absolute Spitzenmodelle der Blackwell-Architektur für chinesische Tech-Unternehmen ein massives Upgrade darstelle.
Der Anthropic-Chef verknüpft das Thema nicht nur mit Marktfragen, sondern mit möglichen sicherheitspolitischen Folgen. Er warnt vor Szenarien, in denen staatlich kontrollierte KI-Modelle kognitive Fähigkeiten entwickeln, die denen von Millionen hochbegabter Menschen entsprechen. Solche Systeme in den Händen autoritärer Regime könnten laut Amodei die globale Stabilität bedrohen, etwa durch gross angelegte Desinformationskampagnen oder Cyberangriffe. Die Verfügbarkeit von Clustern aus H200-Chips mache das Training solcher Modelle für staatliche Akteure realistischer.


Amodei widerspricht damit auch der Argumentation von Nvidia-CEO Jensen Huang, der betont habe, chinesische Firmen würden ohne Zugang zu US-Chips eigene Alternativen entwickeln, was der US-Halbleiterindustrie Marktanteile koste. Brisant ist laut dem Interview zudem, dass Nvidia nicht nur der wichtigste Hardware-Lieferant für das Training von Anthropics Modellen ist, sondern sich erst vor wenigen Monaten auch als Investor an Anthropic beteiligt habe, während Amodei die Entscheidung öffentlich als "verrückt" bezeichnete. (dow)


Weitere Artikel zum Thema

Nvidia darf wieder H200-Chips nach China verkaufen, Aktie steigt

9. Dezember 2025 - Die USA lockern die Bestimmungen rund um den Verkauf von KI-Chips nach China. Erster Profiteur ist Nvidia, neu dürfen deren H200-Chips nach China geliefert werden. Weitere Chip-Riesen könnten folgen.

Nvidia darf wieder KI-Chips nach China liefern

15. Juli 2025 - Nvidia-CEO Jensen Huang hat sich mit der US-Regierung getroffen. In Folge sollen nun die Exportbeschränkungen, die Nvidia den Verkauf von KI-Chips des Typs H20 nach China verunmöglicht hatten, aufgehoben werden.

USA beschränken Zugang zu KI-Chips für die Schweiz

27. Januar 2025 - Setzen die USA die von der Biden-Regierung eingeführten Restriktionen für den Export von KI-Technologien scharf um, könnte es in der Schweiz bald zu einem Mangel an KI-Chips wie dem H100 von Nvidia kommen.


Artikel kommentieren
Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.

Anti-Spam-Frage: Aus welcher Stadt stammten die Bremer Stadtmusikanten?
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER