Zahl der arbeitslosen Informatiker stark angestiegen

Zahl der arbeitslosen Informatiker stark angestiegen

13. Januar 2014 - Knapp 150'000 Arbeitslose meldete das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) für Dezember 2013. Bei über 3000 davon handelt es sich um Informatiker.
(Quelle: www.awa.zh.ch)
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat Ende letzter Woche über die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt informiert und dabei per Ende Dezember 2013 149'437 Arbeitslose ausgewiesen, die bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben waren. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Zunahme von 5 Prozent.

Gar überdurchschnittlich stark ist die Zunahme von Arbeitslosen in der Berufsgruppe der Informatiker. Gemäss den SECO-Zahlen waren Ende Dezember 3234 Informatiker ohne Arbeit – 5,2 Prozent mehr als noch im November 2013 und sogar 11,4 Prozent mehr als im Dezember 2012. Eine noch höhere Zunahme der Arbeitslosenzahl im Jahresvergleich beobachtete man ansonsten lediglich noch bei den Ingenieurberufen. Allerdings liegt die Arbeitslosigkeit unter Informatikern mit 2,2 Prozent deutlich tiefer als über alle Berufsgruppen hinweg gesehen (3,5 Prozent).
Über die Gründe der Zunahme von arbeitslosen Informatikern kann nur spekuliert werden. Sicher ist, dass die Zunahme nicht – wie in anderen Branchen – saisonal begründet werden kann. Einen möglichen Grund zumindest liefert der Kanton Zürich, der ebenfalls die kantonalen Zahlen zur Arbeitslosigkeit nach Berufsgruppen veröffentlicht hat. Für die Berufsgruppe der Informatiker weist Zürich 892 Arbeitslose aus, gegenüber 835 arbeitslosen Informatikern im November 2013 (plus 6,8 Prozent) und 796 im Dezember 2012 (plus 12,1 Prozent). Wie der Kanton Zürich zu den Zahlen schreibt, dürfte die Zunahme von Arbeitslosen bei hochqualifizierten Kader- und Facharbeitern unter anderem mit den Umstrukturierungen im Bankensektor zusammenhängen. "Diese Entwicklung beeinflusst auch den Sektor Informatik und Kommunikation sowie die freiberuflichen technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen", so das Amt für Wirtschaft und Arbeit. (mw)

Kommentare

Montag, 18. August 2014 IBM
Danke für den ehrlichen Beitrag. Habe bei der IBM auch erlebt, dass wir ITler en masse entlassen werden - und zwar indem man zeitlich befristete Arbeitsverträge einfach nicht mehr verlängert. Seltsam, dass die Wirtschaftsverbände während dieser Zeit (Ende 2013) vom IT-Fachkräftemangel gesprochen haben, während die Zahlen vom RAV eine ganz andere Sprache sprechen. Werden wir von Wirtschaftsverbänden etwa angelogen? ;-)

Freitag, 14. März 2014 Armin
Ich kann mich dem obigen Kommentar nur anschliessen. Es ist tatsächlich ein Skandal. Die Grossbanken allen voran haben 10000 Inder, Aegypter etc. nach Zürich importiert. Konsequenz? Ist ja klar...

Donnerstag, 16. Januar 2014 Treichler
Liebe Informatiker, nun hat euch die Realität mit 20 Jahren Verspätung auch eingeholt. In der Industrie- und Automobilbranche ist diese Entwicklung schon Anfang der 90-er Jahre eingetroffen. Zuerst ging es nach Polen und in die damalige Tschechoslowakei, dann später nach China. Die Angestellten dieser Branchen jammerten auch über diese Ungerechtigkeit. Mit der Zeit hat jedoch ein Umdenken stattgefunden die da heisst: Spezialisierung. Also aufhören zu jammern und das eigene Wohl in die eigenen Hände nehmen. Das Schlagwort heisst: Weiterbildung.

Mittwoch, 15. Januar 2014 Mark
habe mich etwa im september beim rav abgemeldet, daher bin ich wie viele andere auch nicht in der angegebenen zahl mitgezählt worden. die dunkle ziffer ist viel viel höher! tschüss schweiz, ich wandere in ein anderes land aus wo meine arbeit geschätzt wird als hf informatiker . . . habe in der schweiz seit ca 5 monaten keine arbeit im ausland wartet man auf mich . . schade dass ich die heimat verlassen muss aber der staat füttert einem ja nicht

Dienstag, 14. Januar 2014 Kurt Meyer
Ich kann mich meinem Vorredner nur anschliessen. Auch in meiner Firma ist diese Tendenz mit den ausländischen IT Fachkräften augenfällig. Wir beschäftigen zwar noch einen grösseren Anteil an EU Mitarbeitern aber Schweizerdeutsch wird nur noch von einer Handvoll Mitarbeitern gesprochen. Rekrutierungen finden fast ausnahmlos über nicht schweizer Headhunter statt. Eine tragische Entwicklung und vorallem in dieser Berufssparte IT eine Fehleinschätzung von der Politik.

Dienstag, 14. Januar 2014 fp
wenn die lokalen IT Fachkräfte nicht besser sind als die vom ausland wieso mehr bezahlen? die Schweizer IT Leute sollten sich Gedanken machen wie gut Sie wirklich gegen die Internationalen Konkurrenz sind. Wenn man wirklich gut ist sind auch löhne über 200k kein Problem.

Dienstag, 14. Januar 2014 Leser
Interessant an diesem Bericht währe noch der Hintergrund der Informatiker. Sind dies die ehemaligen Berufsumsteiger welche primär Erfahrung, aber keine Ausbildungen und Weiterbildungen vorweisen können (und teils einen heute unbrauchbaren Wissensstand haben)? Oder aber sind dies wirklich Fachkräfte, mit Ausbildungsständen auf aktuellem Niveau? In der Schweiz sind wir meiner Meinung nach bereits gut versorgt mit den selbsternannten Informatikern oder denen die glauben vom Fach zu sein, aber dennoch immer wieder bei uns am Telefon um Support für die Einfachsten dinge bitten …

Montag, 13. Januar 2014 DS
Und dann wundert man sich, dass plötzlich Kontoauszüge an falsche Adressen versendet werden. Oder über die vielen Steuer-CDs, oder die vielen IT-Projekte, die in den Sand gesetzt werden ...

Montag, 13. Januar 2014 HP
Betrachtet man die Situation im IT Umfeld etwas genauer, bzw. würde der Staat die Statistik der Arbeitsbewilligungen aus nicht EU Ländern zu Rate ziehen, würde auch niemanden diese Tendenz erstaunen. Bei unserer Firma sind schon fast mehr IT Mitarbeiter aus Indien tätig als aus dem ganzen CH und EU Gebiet. Auch zeichnet sich ein neuer Trend zu noch billigeren Arbeitskräften aus Äbypten ab, da diese noch billiger sind. Aus meiner Sicht ist es moralisch verwerflich und unehrlich was hier passiert. Wie ist es möglich soviele Sondergenehmigungen aus 3 Staaten (nicht CH, nicht EU) zu erhalten? Es kann mir niemand erzählen, das weder in der gesamten EU, mit der wir die Personenfreizügikeit haben, noch in der Schweiz, die notwendigen Fachkräfte rekrutiert werden können. Wieso muss eine Firma nicht belegen, dass sie im ganzen EU Raum nicht fündig geworden ist?

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