Wider den Fachkräftemangel: Informatiklehre modernisiert

Wider den Fachkräftemangel: Informatiklehre modernisiert

4. Mai 2013 - Von Alfred Breu

Jetzt ist die Informatiklehre fit für die nächsten Jahre. ICT-Berufsbildung Schweiz hat die Grundlagen überarbeitet. Die neuen Lernenden von August 2014 werden die ersten sein, die nach der neuen Regelung ausgebildet werden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/05
Die heutige Ausbildung ist gut, aber die Anforderungen haben sich verändert. (Quelle: Swiss ICT Magazin)
Entsprechend dem Leitsatz «Die duale Berufsbildung ist darum so stark, weil sie regelmässig mit den Betrieben überprüft und auf die künftigen Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtet wird» hat ICT-Berufsbildung Schweiz die Grundlagen der Informatiklehre überarbeitet.
Dazu schrieb ICT-Berufsbildung Schweiz alle Lehrbetriebe an, um deren Meinung zu befragen. Die Vernehmlassung brachte eine unerwartet hohe Beteiligung von 507 Firmen, die 4244 Lernende oder 70 Prozent aller Informatiklehrlinge beschäftigen Die Antworten fielen völlig klar aus, ICT-Berufsbildung Schweiz kann nun die Revision zielstrebig umsetzen.

Die heutige Ausbildung ist gut, aber die Anforderungen haben sich verändert. Ziel der Revision war die Ausrichtung auf die künftigen Bedürfnisse und die Erstellung von Bildungsplänen, die den Einsatz in betrieblicher Praxis sowie den schulischen Teil für alle Kantone verbindlich regeln. Es war bekannt, dass eine schweizweit identische Ausbildung nötig ist. Heute nämlich ist die Informatiklehre im Gegensatz zu allen anderen Berufen von Kanton zu Kanton völlig unterschiedlich.
Auch die Stundenpläne der Berufsschule sollen vereinheitlicht werden. Bisher hatte man beispielsweise in Bern 800 Informatik-Lektionen, 1700 wurden für andere Fächer (Physik, Chemie, Mathematik etc.) verwendet. Andere Kantone hatten 1300 Informatik-Lektionen und dafür weniger in den anderen Fächern. Das bedeutete, dass zwar jeder Lehrabgänger ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis erhielt, jedoch völlig andere Kompetenzen mitbrachte. Was dazu führte, dass niemand weiss, was die Abgänger/-innen können. Daraus entstanden unzählige Missverständnisse und Fehlanstellungen.
Die heutige Ausbildung ist gut, aber die Anforderungen haben sich verändert. (Quelle: Swiss ICT Magazin)
Die schweizerische ICT-Branche muss ihre Nachwuchskräfte selber ausbilden. (Quelle: Swiss ICT Magazin)


Unterschiedliche Rezepte für die Berufslehre


Es ist wohl der mit knapp 20 Jahren noch recht jungen Lehre zuzuschreiben, dass dermassen unterschiedliche Ansichten über den erfolgreichen Weg zur Informatik-Fachperson bestehen und mit einer unbeschreiblichen Vehemenz vertreten werden. Für die einen muss eine Lehre völlig breit gestaltet werden: Die Lernenden sollen in Systemtechnik, Support bis Programmieren ausgebildet werden. Dies führt zu oberflächlichen Kompetenzen.
Andere wiederum argumentieren den Berufszweigen nach und möchten vom ersten Tag an reine Applikationsentwickler, Supporter oder Systemtechniker ausbilden. So wie die Fachleute in den Betrieben auch eingesetzt werden, was in vielen Fällen auch der Firmenstruktur entspricht.
Eine weitere Strömung möchte, dass im ersten, besser sogar in den beiden ersten Lehrjahren, alle die gleiche Ausbildung bekommen. Um erst dann zu entscheiden, welche Vertiefung angegangen werden soll. Die damit sehr spät beginnende Vertiefung macht die Ausbildung defizitär – 60 Prozent der befragten Betriebe sind jedoch der Ansicht, dass sich die Lehre auszahlen muss.
 
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