Sony Ericsson T610: Kleiner Alleskönner hochwertig verpackt

Mit dem T610 bringt Sony Ericsson ein Handy im Kleinformat, das fast alles kann, was heute möglich ist. Ein ärgerlicher Kniefall vor den Netzbetreibern schmälert aber den Gesamteindruck.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2003/14

     

Das japanisch-schwedische Handy-Joint-Venture Sony Ericsson ist finanziell bisher weit hinter den Erwartungen geblieben. Mit den jüngsten Modellen könnte allerdings die Rückkehr zu den guten alten Zeiten, als die selbständige Ericsson noch die weltweite Nummer 3 hinter Nokia und Motorola war, wieder möglich werden. Nach dem Smartphone P800 soll nun auch das zwischen Business und Multimedia positionierte T610 für Umsatz sorgen. Das mit Funktionen vollgestopfte Kamerahandy vermag denn auch grösstenteils zu überzeugen und dies zu einem verhältnismässig günstigen Preis.


Grosses Display, kleine Tasten

Beim Design bricht Sony Ericsson mit den bisher üblichen Rundungen. Die Schachtelform des Kleinformat-Handys ist Geschmackssache, hat aber durchaus Charakter. Zudem erweckt die Aluminiumschale den Eindruck einer hochwertigen Verarbeitung. Das grosse und für ein Mobiltelefon hochaufgelöste Farbdisplay (128 x 160 Pixel, 65'536 Farben) erlaubt eine übersichtliche Menüführung. Um so weniger Platz ist für die Tasten geblieben - ein Nachteil, der vor allem die aktive Benutzung des integrierten, Outlook-kompatiblen Kalenders (PC und Mac) automatisch auf ein Minimum reduziert. Auch beim E-Mail-Schreiben wird man aus dem gleichen Grund eingeschränkt. Dank dem grossen Bildschirm ist der Taschenkalender jedoch für den mobilen Terminüberblick durchaus brauchbar. Die Displaygrösse hat aber auch ihren Energiepreis. Bei sparsamem Gebrauch hielt eine Akkuladung rund drei Tage. Vieltelefonierer oder Gamer, die die integrierte Javaplattform intensiv nutzen, müssen hingegen täglich an die Steckdose.



Die Funktionsliste des T610 ist lang. Das Tribandhandy enthält eine integrierte Kamera und beherrscht die beschleunigten GSM-Standards GPRS (53,6/13,4 kbps; up/down) und HSCD (28,8/14,4 kbps) sowie WAP. Dazu kommt die Nahfunktechnik Bluetooth, über die drahtlose Accessoires wie Headsets angeschlossen, oder Daten mit dem PC ausgetauscht werden können - sofern man einen besitzt der diesen Standard auch versteht. Ansonsten funktioniert der Datenaustausch mit dem Rechner auch über USB, eine serielle Schnittstelle oder Infrarot. Allerdings nur mit Einschränkungen. Die Konnektivitäts-Software XTND Connect PC erlaubt über Kabel nur den Abgleich mit Microsoft Outlook und Lotus Notes.




Fotos können per Kabel zwar vom Rechner auf das Handy, aber nicht von diesem auf den Rechner übertragen werden. Der Foto-Download vom Telefon funktioniert nur als E-Mail oder MMS über das Mobilfunknetz zum entsprechenden Preis sowie über Bluetooth und Infrarot. Ein ärgerlicher Kniefall von Sony Ericsson vor den Netzbetreibern. Der Hintergedanke: Die Mobilfunker promoten ein Handy aktiver, wenn es mehr MMS-Verkehr verspricht. Die PC-Suite von Nokia ermöglicht demgegenüber den Fotodownload per Kabel.




Wenig Platz für Daumennägel

Die integrierte Kamera schiesst ganz ansehnliche Thumbnails. Dabei von Fotos zu sprechen, ist wie bei allen Kamerahandys einigermassen verwegen. Zur Unterhaltung genügen die 352 x 288 Pixel grossen Bildchen im CIF-Format aber allemal. Um Speicherplatz zu sparen, können auch nur 120 x 160 Pixel grosse Briefmarken geschossen werden. Dies wird schnell einmal nötig, weil der 2 MB grosse, dynamische Speicher unter anderem auch von polyphonen Klingeltönen und Bildschirmschonern belegt wird.




Der kleine Joystick ist zwar in den ersten Tagen ungewohnt. Mit der Zeit verfährt man sich aber kaum mehr und beginnt die schnelle Navigation, die mit dem leichtbedienbaren Hebelchen möglich wird, zu schätzen. Die Sprachqualität des Handys war bei unserem Testgerät tadellos. Auch wenn nur eine schwache Verbindung angezeigt wurde, konnte rauschfrei telefoniert werden. Sony Ericsson scheint entsprechende Probleme behoben zu haben, die bei einer ersten Charge aufgetreten waren.



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