Teure Redefreiheit

«International Roaming» mit dem Mobiltelefon ist praktisch, aber kostspielig. Die Tarife der Anbieter unterscheiden sich nur marginal.
11. Juni 2004

     

Früher waren es die nachgerade unverschämten Preise, die das Hotel für jede Tarifeinheit verlangte, heute sind es die Roaming-Tarife, die einem das Telefonieren auf Geschäftsreise oder in den Ferien vergällen. Am billigsten kommt das Auslandsgespräch mit einer Telefonkarte eines landeseigenen Carriers - trotzdem möchte man nicht immer auf die mobile Telefonfreiheit verzichten.



Die Welt in Zonen

Noch vor kurzem waren die Gesprächskosten nicht einmal innerhalb des gleichen Landes einheitlich: Je nachdem, bei welchem Netz man gerade angemeldet war, galten unterschiedliche Tarife. Das ist nun weitgehend ausgeräumt: Die Anbieter arbeiten heute mit einem zonenbasierten Tarifmodell. Auch unterschiedliche Hoch- und Niedertarife gehören fast überall der Vergangenheit an:





Swisscom Mobile unterscheidet vier Zonen mit Preisen zwischen Franken 1.50 und 5.90 pro Minute für einen Anruf in die Schweiz. Anrufe innerhalb des Landes kosten etwas weniger, mit einem Minutenpreis von Franken 1.10 bis 2.30 aber immer noch ein Vielfaches jedes erdenklichen Festnetztarifs. Für ankommende Anrufe fallen nicht näher spezifizierte Kosten an: «Sie bezahlen die internationalen Gebühren für die Weiterleitung zu Ihrem Standort.»


Sunrise kennt die «sunrise eurozone» mit einem Minutentarif von Franken 1.10 für nationale, 1.70 für internationale und 60 Rappen für ankommende Anrufe. Sie umfasst die «alte EU» und einige weitere Länder. Ausserhalb der Eurozone wird es interessant: Mancherorts fallen sogar geringere Kosten an – innerhalb Kroatien zum Beispiel telefoniert man für 80 Rappen pro Minute.


• Bei Orange gibt es fünf Tarifzonen mit Preisen zwischen Franken 1.10 und 2.20 (national), 1.70 und 4.80 (international) und 0.60 bis 2.– (ankommend). Wer im Ausland häufig zum Handy greift, kann für fünf Franken pro Monat die Travel Option abonnieren, mit der man laut Orange um bis zu 40 Prozent weniger zahlt. Im allgemeinen liegt die Ersparnis bei zehn bis zwanzig Prozent. Ein Beispiel: In den Nachbarländern kostet der Anruf in die Schweiz mit der Travel Option minütlich Franken 1.40 statt 1.70.





Achtung: Die Minutentarife sagen noch nicht alles über die Kosten eines Anrufs aus. Je nach Roaming-Partner wird in unterschiedlichen Intervallen abgerechnet. Vor allem bei kurzen Anrufen fällt das stark ins Gewicht.



SMS und GPRS

Der SMS-Empfang ist grundsätzlich gratis, der Versand nicht. Vor allem Sunrise taxiert selbst in den Nachbarländern jedes abgeschickte SMS mit 50 Rappen. Dafür simst es sich in Kroatien in der Ferienzeit besonders günstig, und auch die Türkei ist SMS-technisch ein Billigland.
Die GPRS-Tarife sind mit denen in der Schweiz vergleichbar. Einige Roaming-Partner kennen für WAP via GPRS höhere Kosten als beim Internetzugriff - so kommen die 80 Rappen pro 10 Kilobyte bei einem der italienischen Sunrise-Partner zustande. Auch punkto GPRS steht die Türkei mit sechs bis sieben Rappen bei Sunrise und Orange einzigartig günstig da. Swisscom dagegen gibt generell nur an, ob GPRS angeboten wird, und schweigt sich über die genauen Tarife aus.





Mobile roaming 2004

(ubi)



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