Swisscom liefert Begründung für neueste Störung

Swisscom liefert Begründung für neueste Störung

(Quelle: Allestörungen.ch)
27. Mai 2020 - Es habe sich um ein unerwartetes Software-Verhalten gehandelt, legt Swisscom zur neuerlichen Mobilnetz-Störung dar. Die zuständige Nationalratskommission zitiert nun die Swisscom-Spitze an ihre nächste Sitzung und will Klarheit.
Gestern Dienstag war das Swisscom-Mobilfunknetz wieder einmal für Stunden gestört ("Swiss IT Magazine" berichtete). Sogar die Notfallnummern waren teils nicht erreichbar, wie es schon bei einer früheren Panne der Fall war, ebenso 0800er- und 058-er-Nummern. Nun hat der Anbieter eine Begründung für das Problem geliefert. In der Nacht auf den 26. Mai seien Kunden auf neue Systeme migriert worden. "Ein unerwartetes Software-Verhalten von Netzwerkgeräten führte in diesem Zusammenhang mittags zu einer Überlast bei der Mobiltelefonie", teilt Swisscom mit. Die Komplexität der Störung sei sehr hoch, und man arbeite zusammen mit internationalen Lieferanten mit höchster Priorität an der Analyse, Lokalisierung und Behebung des Fehlers.

Dies dürfte auch dringend nötig sein, handelt es sich doch bereits um die vierte grossflächige und länger andauernde Störung innert fünf Monaten. Telekom-Experte Ralf Beyeler meint dazu in einem SRF-Interview: "Das kann kein Zufall sein, dass es schon wieder eine Panne gibt bei Swisscom. Da gibt es ein tiefgreifenderes Problem."

Der Nationalrat beziehungsweise die zuständige Nationalratskommission für Verkehr und Fernmeldewesen hat nun die Nase voll und zitiert die Swisscom-Spitze an die nächste Sitzung, die Ende Juni stattfindet. Dort soll unter anderem CEO Urs Schäppi antraben, wie Kommissions-Vizepräsident Jon Pult, SP-Nationalrat aus Graubünden, gegenüber Radio SRF verlangte: "Wir erwarten, dass Swisscom Red und Antwort steht und Transparenz über die Ursachen dieser Pannenserie schafft."

Es müsse bis Ende Juni klar sein, ob die vier Grosspannen zusammenhängen und ob es strukturelle Probleme bei Swisscom gebe. Die Konzernleitung solle einen Weg in eine bessere Zukunft ohne ständige Netzprobleme aufzeigen. Verzögerungen seien dabei nicht mehr angezeigt, denn Swisscom habe in den letzten Monaten sehr viel Vertrauen verspielt. (ubi)

Kommentare

Dienstag, 2. Juni 2020 Rolf
Eine erneute Panne bei Swisscom wirft bei mir schon Fragen auf... Auf der anderen Seite hat auch ein Testing seine Grenzen. Vermutlich ist die Sache einfach Hochkomplex. Dennoch sollte Swisscom aufpassen, wenn was an dieser komplexen Infrastruktur geändert wird. Gudd lack!

Donnerstag, 28. Mai 2020 Gisa
Das kann bestimmt nicht daran liegen, dass es immer weniger Techniker, dafür immer mehr "Verwalter" gibt, oder ...?

Donnerstag, 28. Mai 2020 Ich mein es Ernst
"S*** happens" kann man hin und wieder sagen, aber mittlerweile lautet die Diagnose auf akuten Durchfall, liebe Swisscom. Such einen Arzt auf. Dieser Arzt heisst nicht BAKOM. Und hört auf mit eurem euphemistischem BS wie "unerwartetes Software-Verhalten", ein Fehler ist und bleibt ein Fehler, muss lokalisiert, behoben, getestet (am besten regressiv) und freigegeben werden. Wer ihn freigibt, soll hinstehen und nicht Gott, die Software und Kunden gesund beten. Ausserdem -die jüngste Geschichte der Pleiten, Pech und Pannen lässt's vermuten- wo ein Fehler zuschlägt, ist in der Regel der nächste nicht weit. Also hört auf zu (agil?) basteln und zu labern, benehmt euch wie Profis. Und vielleicht kommt endlich auch mal das BAKOM aus der Paste und sagt der Swisscom, wo Bartli den Most holt.

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