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Same same but different - Zwei 16-Zoll-Notebooks im Vergleich

Same same but different - Zwei 16-Zoll-Notebooks im Vergleich

Artikel erschienen in IT Magazine 2022/09

Lüfter, Speaker, Kamera und Software

Same same but different - Zwei 16-Zoll-Notebooks im Vergleich
Anhand dieser Screenshots erkennt man den Vorteil der höheren Auflösung beim Lenovo-Gerät (rechts). Auf dem Display wird schlicht mehr Inhalt angezeigt. (Quelle: Swiss IT Magazine)
Zu den Lüftergeräuschen und in dem Zusammenhang auch zur Wärmeentwicklung: Beim Huawei Matebook D 16 bleibt beides recht dezent – sprich: Die Lüfter sind zwar bei hoher Arbeitsplast durchaus hörbar und das Gerät wird insbesondere mittig hinter den F-Tasten unten wie oben warm, aber all das bleibt im erträglichen Rahmen. Deutlich lauter sind derweil die Lüfter des Lenovo Yoga Slim 7 Pro – allerdings nur schubweise, bei wirklich hoher CPU-Belastung, etwa während der Videobearbeitung. Ansonsten arbeiten auch die Lenovo-Lüfter dezent und kühlen das Gerät ausserdem etwas besser, als dies bei Huawei der Fall ist.

Um beim Thema Geräuschentwicklung zu bleiben: Die Lautsprecher hat Huawei besser hinbekommen. Die integrierten Speaker sind nicht nur lauter, sondern haben auch etwas mehr Bass – mehr Volumen, und tiefe Töne sind bis auf 60 Hz hinunter wahrnehmbar. Bei Lenovo tönen die Lautsprecher derweil recht dünn, und Tiefen sind bereits ab rund 90 Hz nicht mehr wahrnehmbar.


Erwähnenswert beim Huawei-Gerät ist die eingebaute Webcam respektive deren dazugehörige Software. Dank dieser ist es nämlich möglich, dafür zu sorgen, dass die Kamera (im eingeschränkten Ausmass) der Person vor dem Rechner folgt, diese also immer zentriert bleibt. Zudem kann mittels Software dafür gesorgt werden, dass es für das Gegenüber den Anschein macht, die Augen würden in die Kamera blicken, auch wenn man in Tat und Wahrheit auf das Display schaut. Huawei spricht in dem Zusammenhang von einer AI Camera, begleitet von AI Sound, um etwa Hintergrundgeräusche herauszufiltern. Das funktioniert beides erstaunlich gut und ist ein klarer Mehrwert für Videokonferenzen.

Gesteuert werden diese Funktionen über den Huawei PC Manager, ein Stück vorinstallierte Software, über die auch die Verbindung zu anderen Huawei-Geräten gesteuert wird und die sogar eine eigene Funktionstaste (F10) gekriegt hat. Das Matebook D 16 unterstützt nämlich die ziemlich coole Funktion Super Device, mit der es ein Kinderspiel ist, das Notebook mit anderen Huawei-Geräten zu verbinden – etwa einem Smartphone, einem Tablet oder einem externen Display. Tablet oder Display können dann beispielsweise kabellos als externer Monitor dienen, oder es ist möglich, den Bildschirm des Huawei-Smartphones aufs Notebook zu holen und auf diesem zu bedienen. Zudem können Dateien ganz einfach zwischen den Geräten ausgetauscht werden.

Vorinstallierte Software gibt es auch bei Lenovo – für unseren Geschmack etwas zu viel. So ist Mcafee Livesafe auf dem Rechner aufgespielt, und die Security-­Lösung meldet sich denn auch gerne mit tollen Angeboten für eine Lizenz. Ebenfalls vorinstalliert ist Lenovo Welcome, ein Stück Bloatware, über die der Hersteller laut eigenen Angaben Angebote teilen möchte. Will man die Software aber starten, um zu prüfen, welche ach so tollen Angebot auf einen warten, wird in Endlosschlaufe ein animiertes Lenovo-Logo gezeigt, und der einzige Ausweg ist, die App abzuschiessen. Ein Blick auf «Reddit» zeigt, dass wir mit dem Problem nicht allein sind. Bloatware an sich ist in unseren Augen bereits ein No-go auf einem neuen Rechner – aber hauseigene Bloatware, die noch nicht mal funktioniert, ist einfach nur peinlich. Immerhin funktioniert Lenovo Vantage, ein weitere Stück Software, das sich bereits auf dem Rechner findet. Über Lenovo Vantage kann man unter anderem seine Treiber aktualisieren, es werden Systeminformationen angezeigt, Angebote für mehr Sicherheit oder eine längere Garantiefrist eingeblendet oder man kann verschiedene Einstellungen zur Kamera, zur Anzeige oder zur Eingabe vornehmen. Zudem findet sich ein Menüpunkt «Intelligente Unterstützung», ­wo man tatsächlich einige sinnvolle Einstellungen machen kann, etwa die Optionen «Zero-Touch-Anmeldung», «Zero-Touch-­Sperre» oder «Zero-Touch-Videowiedergabe», über die die Funktion des Anwesenheitssensors gesteuert wird. Ausserdem lassen sich «intelligente Gesten» über den Touchscreen oder das Touchpad steuern.

Zwei Mal Top-Performance

Same same but different - Zwei 16-Zoll-Notebooks im Vergleich
Die beiden Rechner kommen im edlen Alugehäuse in der Farbe Storm Grey (Lenovo, rechts) respektive Space Gray (Huawei). Lobenswert bei Beiden sind die dünnen Ränder ums Display. (Quelle: Huawei, Lenovo)
Bei den Leistungstests, die wir bei «Swiss IT Magazine» mit den Benchmark-Lösungen PCMark 10 sowie Geekbench 5 durchführen, zeigt sich die aktuelle, in den beiden Notebooks verbaute CPU-Generation und im Falle des Lenovo-Geräts die dedizierte Nvidia-Geforce-GTX-­3050-Grafikkarte deutlich. Im Vergleich zu Notebooks, die wir früher in diesem Jahr getestet haben und die mit Intels 11. Core-Generation bestückt waren, liefern die Geräte mit der 12. Core-Generation von Intel respektive AMDs Ryzen 7 rund einen Viertel bis einen Drittel mehr Performance. Etwas überraschend ist, dass im PCMark-10-Gesamtscore das Lenovo Yoga Slim 7 Pro mit dem AMD-Prozessor aus dem letzten Jahr besser abschneidet als das Huawei Matebook D 16 mit dem brandneuen Intel-Chip. Begründet sein mag dies mit der bereits erwähnten, dedizierten Grafikkarte – allerdings schwingt der Lenovo-Rechner vor allem beim Produktivitäts-Score obenaus, wo Tabellenkalkulations- und Textanwendungen getestet werden, also keine Apps, wo die Grafikkarte massiv gefordert wäre. Beim Digital Content Creation Score, wo es um die Themen Foto- und Videobearbeitung sowie Rendering geht, lässt das Lenovo-Gerät – hier sicher nicht zuletzt wegen der Grafik-Power – den Mitbewerber von Huawei ebenfalls hinter sich. Beim sogenannten Essentials-Score hingegen – wo unter anderem Anwendungsstarts, Videokonferenzen oder Web Browsing getestet werden – schneidet Huaweis Matebook D 16 mit den Intel-Innereien besser ab.

Ebenfalls vorne liegt der Huawei-Rechner bei den beiden Geekbench-Werten Single Core Score und Multi Core Score, während der Lenovo-Rechner beim OpenCL-Score, wo explizit die Grafikleistung gemessen wird, einen klaren Bestwert schafft. Zusammenfassend zeigen die Benchmark-Tests, dass man mit der aktuellsten CPU-Familie – sowohl von AMD als auch von Intel – Leistung satt bekommt und dass es sich bei der Anschaffung eines neuen Rechners durchaus lohnt, darauf zu achten, dass neueste Prozessoren verbaut sind, um so bezüglich Leistung auf die nächsten Jahre hinaus abgesichert zu sein.

Zu guter Letzt noch zur Leistung der verbauten Akkus, der bei Huawei 60 Wh fasst, bei Lenovo satte 75 Wh. Diese 75 Wh sorgen dafür, dass der Akku beim Testlauf Modern Office von PCMark 10, mit dem der moderne Büroalltag inklusive gelegentlichen Videokonferenzen simuliert wird, 11 Stunden und 24 Minuten durchhält, was ein sehr guter Wert ist. Bei der Dauerwiedergabe von Video lieferte der Akku beim Test etwas weniger lange Strom, nämlich 10 Stunden 17 Minuten.

Anders die Situation beim Huawei Matebook D 16. Bei diesem Gerät weist das Benchmarking-Tool beim Modern-Office-Test lediglich 7 Stunden und 3 Minuten aus, was bedeutet, dass der Rechner keinen ganzen Arbeitstag ohne Stromversorgung schafft und rund viereinhalb Stunden weniger lange läuft als sein direkter Konkurrent. Nur unwesentlich länger reichte der Akku im Test bei der Videodauerwiedergabe – nämlich 7 Stunden und 18 Minuten. Das ist ebenfalls ein eher unterdurchschnittlicher Wert.

Positiv für beide Geräte zu erwähnen ist die rasche Ladegeschwindigkeit. So ist der leere Akku des Huawei-Rechners nach einer Stunde Ladezeit bereits wieder zu 87 Prozent gefüllt, und das trotz des kompakten 65-Watt-Ladegeräts. Der Akku des Lenovo-Notebooks zeigt nach einer Stunde laden mit dem wie gesagt eher klobigen 135-Watt-Charger derweil 82 Prozent an – ebenfalls ein guter Wert.

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