Wenn Zeit zur Währung wird

Wenn Zeit zur Währung wird

Artikel erschienen in IT Magazine 2013/07

Dank Le Web zu Aufmerksamkeit

Nebst dieser ersten Hürde standen die Timerepublik-Väter vor allem vor der Herausforderung, genug Geld für den Aufbau ihrer Firma zu beschaffen. «Zum Glück kommt Karim Varini aus dem Finanzsektor und hat dadurch Erfahrung darin, eine Idee zu verkaufen», weiss Donati zu schätzen. Die Schwierigkeit, die Leute von Timerepublik zu überzeugen, liege darin, dass das Konzept der Zeitbanken noch relativ unbekannt und dadurch nicht ganz leicht zu vermitteln sei. Dennoch gelang es den beiden mit der Unterstützung von Familienmitgliedern und Freunden in einer ersten Finanzierungsrunde eine Summe von 240’000 Franken zusammenzutragen.
Auch heute – das Unternehmen hat gerade die zweite Finanzierungsrunde abgeschlossen – spielt die Geldfrage noch immer eine tragende Rolle. So erklärt Varini: «Timerepublik zählt rund zehn Mitarbeiter. Für ihre Arbeit entlohnt werden derzeit aber nur die drei Vollzeit angestellten Entwickler.» Ein wichtiger Meilenstein für Timerepublik war daher die Qualifikation für die Top-16 des Wettbewerbs Le Web in London, im Rahmen dessen das beste neu gegründete Unternehmen 2013 gekürt wurde. «Auch wenn wir den Wettbewerb nicht für uns entscheiden konnten, so war die Teilnahme doch ein Gewinn für uns», führt Varini aus. «Wir hatten die Gelegenheit, unser Netzwerk auszubauen. Vielleicht findet sich unter den neuen Bekanntschaften auch ein grosser Investor für unsere dritte und letzte Finanzierungsrunde.» Zudem sei durch die entstandene Aufmerksamkeit die Zahl der täglichen Registrationen um beinahe das Doppelte angestiegen.

Mit drei Komponenten zum Gewinn

Um mit Timerepublik Gewinne erzielen und sich damit schlussendlich selbst finanzieren zu können, setzt das Unternehmen auf drei Komponenten. Einerseits will man Werbende durch die Möglichkeit der gezielten Einschränkung des Publikums locken, dem sogenannten Targeting. Andererseits setzt das Start-up auf Data Sales, wo die Mitglieder an Head Hunters vermittelt werden. «Wir führen demnächst zusätzlich das Modul My Project ein. Es handelt sich dabei um built-in Co-Working Spaces», erklärt Donati. Die letzte Komponente stellt der Verkauf von Premium-Paketen der Apps für iOS und Android dar, die in den nächsten Monaten auf den Markt kommen sollen.
Obwohl Timerepublik einen Monat nach dem Launch der Plattform im Mai bereits eine Nutzerzahl von 3000 Personen aus über 50 Ländern ausweist, gibt sich das Start-up noch lange nicht zufrieden. Rund 75 Prozent dieser Anwender stammen nämlich derzeit aus Italien, dem UK, den USA und der Schweiz. Das Ziel sei jedoch die globale Marktführung im Bereich der Zeitbanken. Varini ist überzeugt, dieses Ziel erreichen zu können, denn: «Andere Firmen setzen zwar auf das gleiche Konzept wie wir, sind aber nicht global unterwegs. Dies verschafft uns einen zeitlichen Vorsprung. Die Geschichte hat gezeigt, dass es für den Erfolg eines Start-ups vorab wichtig ist, das erste seiner Art zu sein.» (af)
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