cnt
Einschränkung der Browser-Wahl: Mozilla erhöht Druck auf Microsoft
Quelle: Depositphotos

Einschränkung der Browser-Wahl: Mozilla erhöht Druck auf Microsoft

Auch der zweite Bericht von Mozilla zur Wahlfreiheit beim Webbrowser in Windows stellt Microsoft kein gutes Zeugnis aus. Da Redmond nur unzureichend reagiert, soll der politische Druck nun erhöht werden.
8. Oktober 2026



Im Mai 2026 veröffentlichte Firefox-Hersteller Mozilla den Bericht "Over the Edge 2.0". In diesem kritisierte das Unternehmen zwei Jahre nach der ersten Ausgabe des Berichts erneut Microsofts Praktiken unter der Frage: "Beeinträchtigen die Designstrategien von Microsoft nach wie vor die freie Wahl des Browsers?" Die kurze Antwort: Ja. So schrieb Mozilla im Bericht: "Die Forscher stellen fest, dass Microsoft weiterhin in nahezu jedem Schritt der Benutzererfahrung eine Reihe schädlicher Praktiken einsetzt – irreführende Formulierungen, Behinderungen, visuelle Störungen, Vorauswahl, ständige Aufforderungen und erzwungene Aktionen."


Mit den Ergebnissen des Berichts sei man in Kontakt mit Microsoft getreten, wie Mozilla nun in einem aktuellen Statement schreibt. Die Gespräche hätten aber kaum Früchte getragen, die irreführenden Praktiken, welche die freie Wahl des Webbrowsers einschränken, bestehen weiterhin.
Einziger Lichtblick: Der Digital Markets Act (DMA) der EU. Dank diesem kommt der europäische Wirtschaftsraum (EWR) nämlich in den Genuss einer eigenen Edge-Version mit weniger fraglichen Methoden. So wird Edge in der EWR-Version beim Windows-Setup weniger offensiv beworben. Ausserdem wird nicht mehr für Edge beworben, wenn man mit dem Browser versucht, Chrome herunterzuladen (siehe Bild oben).

Trotzdem gebe es auch im EWR Handlungsbedarf, so Mozilla. Edge ist etwa weiterhin an der Windows-Taskleiste vorangeheftet. Und auch in Europa öffnet Copilot Links automatisch im eigenen Seitenbereich statt im konfigurierten Standardbrowser.


Mozilla will nun wieder in die Offensive gehen und seine Ergebnisse bei Regulierungsbehörden und politischen Entscheidungsträgern einbringen. "Die Bedeutung freier Browserwahl wächst mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz", schreibt der Hersteller weiter. "Browser bestimmen mit, welche KI-Dienste Menschen erreichen und welche Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen ihnen zur Verfügung stehen. Wer die Browserwahl beeinflusst, prägt damit auch den Zugang zu KI-Angeboten."

Der Bericht "Over the Edge 2.0: Microsoft’s Design Tactics Still Undermine Browser Choice" ist hier einsehbar. (win)


Weitere Artikel zum Thema

Edge-Updates in Zukunft vierzehntäglich

31. August 2026 - Microsoft beschleunigt den Releasezyklus seines Browsers Edge auf Updates alle 14 Tage statt monatlich und folgt damit Google. Den Start des neuen Turnus macht die soeben erschienene Edge-Version 152, die mit einigen Neuerungen aufwartet.

Browser-Hersteller wehren sich gegen Edge-Bevorzugung

7. Juni 2026 - In einem offenen Brief fordert die Browser Choice Alliance von Microsoft, alle Bestrebungen zu unterlassen, um die Anwenderschaft zur Nutzung des Edge-Webbrowsers zu drängen.

Sinnloser Upselling-Knopf in Microsoft Teams für Unternehmen

29. April 2026 - Wieder einmal schaltet Microsoft Werbung in einem eigenen Produkt, für das die Nutzer bereits beachtliche Lizenzkosten springen lassen. Die Absurdität beim aktuellen Beispiel in Teams ist aber durchaus bemerkenswert.


Artikel kommentieren
Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.

Anti-Spam-Frage: Aus welcher Stadt stammten die Bremer Stadtmusikanten?
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER