Wer Android mit Privatsphäre will, greift allenfalls auf die Google-freie Alternative GrapheneOS zurück – und dies oft in Kombination mit einem Pixel-Smartphone. Die neue Pixel-11-Familie hat sich für die Entwickler von GrapheneOS nun allerdings als problematisch erwiesen: Es fehle zumindest in der Software und in der Firmware, so wie höchstwahrscheinlich auch in der Hardware selbst, die Unterstützung für das hardwarebasierte ARM Memory Tagging (MTE). Dies hat das GrapheneOS-Team
auf X verkündet.
MTE wird demnach von GrapheneOS praktisch im gesamten Betriebssystem verwendet, vom Kernel bis zu allen Standard-Basisprozessen des OS. Dies stärke den Schutz vor fast allen Remote Exploits und zahlreichen Local Exploits massiv.
Google habe MTE zum ersten Mal beim Pixel 8 unterstützt, worauf GrapheneOS es sogleich integriert habe – Android generell und das Pixel OS hätten MTE nie standardmässig genutzt, merken die Entwickler an. Bei Google wird es laut dem Post nur im Advanced Protection Mode von Android 16 für einige wenige Prozesse aktiviert. Bei Apple hingegen komme eine vergleichbare Funktion namens Memory Integrity Enforcement (MIE) auf dem iPhone 17 zum Einsatz und sei permanent aktiviert.
Das Fazit des Entwicklerteams von GrapheneOS für GrapheneOS-Nutzer: "Wir raten dringend vom Kauf von Pixel-11-Geräten ab. Die Modelle Pixel 8, 9 und 10 bieten unter GrapheneOS insgesamt eine deutlich bessere Sicherheit. Das Pixel 10 ist günstiger und verfügt über ähnliche Hardware sowie MTE." Ein Käufer eines Pixel 11 Pro XL kommentiert dazu: "I’m fucked" – worauf ihn das Team darauf hinweist, die Rückgabefrist von 15 Tagen sei noch nicht abgelaufen. Die Entwickler ziehen überdies in Betracht, GrapheneOS für die Pixel-11-Serie gar nicht erst auszuarbeiten und sich stattdessen auf die kommenden Motorola-Smartphones zu konzentrieren.
(ubi)