Der Technologieriese Amazon Web Services hat im Rahmen einer Studie die KI-Adaption in der Schweiz unter die Lupe genommen und stellt fest, dass die KI-Nutzung hierzulande über dem europäischen Durchschnitt liegt. So nutzen 57 Prozent der Schweizer Unternehmen KI gegenüber 54 Prozent im europäischen Durchschnitt. Im Vorjahr machten 46 Prozent der Schweizer Unternehmen von KI Gebrauch.
Die meisten KI-Anwender nutzen die Technologie laut der Studie noch auf einer grundlegenden Stufe. So nutzen 60 Prozent öffentlich verfügbare Chatbots oder fertige Lösungen für grundlegende Anwendungsfälle (Vorjahr: 62 Prozent). Weitere 22 Prozent haben die mittlere Einführungsstufe erreicht und integrieren KI in ihre Anwendungen, während 18 Prozent fortgeschrittene KI-Systeme nutzen, Modelle kombinieren oder agentische KI einsetzen. Der Rückgang gegenüber den 20 Prozent im Vorjahr erklären die Studienverfasser mit dem starken Zustrom von neuen Anwendern auf Einsteigerniveau.
Generell steckt die Vertrautheit mit fortgeschritteneren Anwendungen noch in den Kinderschuhen. So haben nur 24 Prozent der befragten Unternehmen von agentischer KI gehört und davon haben gerade einmal 4 Prozent die Technologie vollständig implementiert. Immerhin experimentieren 12 Prozent damit oder haben Pilotprojekte am Laufen. Der Einsatz agentischer KI scheint sich denn auch auszuzahlen: So erklärten 90 Prozent jener Unternehmen, die darauf setzen, sie hätten Produktivitätssteigerungen erzielt, und 95 Prozent gaben an, sie hätten die Einnahmen steigern können.
Wie die Studie auch zeigt, sehen Schweizer Startups Probleme bei der Skalierung. Als grösstes Hindernis wird der Zugang zu Finanzmitteln gesehen, 54 Prozent äusserten sich in diesem Sinn. Weitere Probleme sehen die Startups bei der Talentgewinnung (42 Prozent) sowie der uneinheitlichen Regulierung zwischen den Ländern. 32 Prozent der Startups spielen aus diesen Gründen mit dem Gedanken, aus Europa wegzuziehen.
Um die KI-Einführung hierzulande weiter voranzutreiben, empfehlen die Studienverfasser, auf den Stärken der Schweiz aufzubauen, immerhin verfügt man hierzulande über die grösste Dichte an KI‑Fachkräften. Weiter wird zur Förderung von KI-gestützten Innovationen in allen Unternehmensgrössen und zu gezielten Investitionen geraten. Schliesslich wird Politik und Wirtschaft empfohlen, intensiver zusammenzuarbeiten, um die digitalen Fähigkeiten in der gesamten Erwerbsbevölkerung auszubauen.
Die komplette Studie steht zum kostenlosen
Download zur Verfügung.
(rd)