Dass die Schweizer Unternehmen KI heute einsetzen wollen und das in sehr vielen Fällen auch tun, ist an diesem Punkt selbstverständlich. Aber für viele scheitern die Pläne aktuell noch an unterschiedlichen Hürden. Laut der Studie "Schweizer Daten- und KI-Observatorium 2026" sind besonders die Datenqualität, die Governance und die organisatorische Transformation kritische Hindernisse für hiesige Unternehmen. Die Studie wurde zum dritten Mal von Colombus Consulting in Partnerschaft mit
Oracle und der Hochschule für Wirtschaft Genf veröffentlicht.
Wie die Studie zeigt, ist der Glaube, viel mit KI bewegen zu können, gross. 81 Prozent geben an, dass KI die Herausforderungen in ihrer Branche zumindest teilweise lösen kann. Und mit 47 Prozent stellt fast die Hälfte der Befragten KI in den Mittelpunkt der langfristigen Strategie. Auch der Aufbau von Kompetenzen und die Gewichtung von Change-Themen rund um KI werden als wichtig eingestuft und von vielen Unternehmen priorisiert.
Im Gegenzug gaben aber 82 Prozent aller Befragten an, dass ihr Unternehmen weiterhin über ein schwaches oder mittleres Daten- und KI-Ökosystem verfügen. Und nur gerade gut die Hälfte (51 %) gibt an, dass ihre Daten gut bis ausreichend sind – gar ein Rückschritt von 10 Punkten gegenüber dem Vorjahr. Dazu kommt, dass die Skalierung Probleme bereitet: Gerade einmal 16 Prozent sprechen von der KI-Einführung in der Breite. Spätestens bei den Zahlen rund um KI-Agents wird die Zurückhaltung deutlich: Gerade einmal 3 Prozent der befragten Unternehmen setzen bereits Multi-Agent-Systeme ein. Immerhin 69 Prozent experimentieren bereits mit Agents.
Die Autoren schlussfolgern aus den Ergebnissen dass die Schweizer Unternehmenslandschaft nicht mehr mit der Einführung von KI hadert, sondern mit deren Orchestrierung. Sie schreiben: "Erfolgreich werden jene Unternehmen sein, die nicht nur einzelne Tools einsetzen, sondern Datenbasis, Führung, Vertrauen, Prozesse und messbaren Nutzen zusammenbringen."
(win)