Cisco bringt mit Antares neue kleine Sprachmodelle für Entwickler und Sicherheitsteams auf den Markt. Wie das Unternehmen
mitteilt, sind Antares-350M und Antares-1B ab sofort als Open-Weight-Modelle auf Hugging Face
verfügbar. Ein grösseres Antares-3B-Modell gehört ebenfalls zur Familie, ist aber noch nicht veröffentlicht.
Die Modelle sollen eines der aufwendigsten Probleme der Codesicherheit vereinfachen: das Auffinden bekannter Schwachstellen in grossen Codebasen. Dafür erhält das Modell zuerst eine Beschreibung der Lücke, etwa aus einer Sicherheitsmeldung oder einer CWE-Kategorie. Anschliessend durchsucht es den Quellcode und zeigt, welche Dateien am ehesten betroffen sein könnten. Sicherheitsteams erhalten so eine priorisierte Liste für die weitere Prüfung.
In einem neuen Benchmark zur Lokalisierung von Schwachstellen schneiden die Antares-Modelle laut den von
Cisco veröffentlichten Werten stark ab. Antares-350M liegt demnach vor Gemini 2.5 Flash, Antares-1B vor Gemini 3 Pro und GLM-5.2. Das noch nicht verfügbare Antares-3B erreicht Werte nahe bei GPT-5.5, obwohl es mit drei Milliarden Parametern deutlich kleiner ausfällt als grosse Frontier-Modelle.
Die geringe Modellgrösse wirkt sich laut
Cisco auch auf den Betrieb aus. Antares soll deutlich tiefere Kosten und kürzere Laufzeiten ermöglichen als grössere Vergleichsmodelle (Bild, unten). Zudem können Unternehmen die Analyse lokal oder On-Premises durchführen, ohne proprietären Code in eine Cloud-Umgebung zu übertragen.
"Sicherheit darf kein Luxusgut sein", sagt Stanford-Professor Amin Saberi. Fortschrittliche KI-Erkennung sei bisher oft Organisationen mit grossen Budgets vorbehalten gewesen. Antares soll solche Prüfungen auch für kleinere Teams, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und den öffentlichen Sektor ermöglichen.
(dow)