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Cisco Live 2026: Ohne KI wird man abgehängt
Quelle: Cisco

Cisco Live 2026: Ohne KI wird man abgehängt

Im Rahmen der EMEA-Ausgabe der Cisco Live 2026 präsentiert der Netzwerkspezialist eine Reihe neuer Produkte rund um die Agent-getriebene KI-Ära. Dabei wird betont: Wer jetzt nicht auf den KI-Zug aufspringt und investiert, bleibt laut Cisco auf der Strecke.
10. Februar 2026

     

Cisco präsentiert im Rahmen seines EMEA-Events Cisco Live in Amsterdam, wohin die Reise im laufenden und in den nun folgenden Jahren hingehen soll. Anwesend waren 21'000 geladene Gäste – laut eigenen Angaben ist es der grösste EMEA-Event, den der Netzwerkspezialist jemals durchgeführt hat.

Die grobe Schlagrichtung respektive Nachricht ist deutlich: Das erste Wort, das auf den Slides der Keynote, eröffnet von EMEA-President Gordon Thomson, erscheint, ist AI. Man stehe mit den Innovationen, die KI bringt, an einem Scheideweg für die Welt und die IT, wie Cisco überzeugt ist. Und dafür will man sowohl auf Hardware- als auch auf Software-Seite ganz vorne mitspielen.


Der erste Punkt, den Thomson dabei als zentral betrachtet, ist der Faktor Zeit. Laut dem EMEA-President ist die Welt bei der Adoption von KI und der dafür notwendigen Technologie aber noch etwas zu träge unterwegs. "Sind Sie schnell genug?" fragt er die Anwesenden und betont dabei, dass die Uhr ticke. Wer jetzt nicht reagiert und KI zum Fokusthema erklärt, wird abgehängt, wie er unmissverständlich ausführt. Das gilt sowohl für Unternehmen – spätestens ab 2027 sei KI für Firmen "überlebensnotwendig" – als auch für die Fachkräfte der Branche. KI ersetze den Menschen nicht, sie ermächtige ihn. Auch hier gilt also: Wer sich nicht schnell anpasst, wird laut Cisco abgehängt. Abgesehen von der Zeit sind die weiteren zentralen Faktoren in der weltweiten KI-Adaption für Thomson die Stichworte Vertrauen (in KI, Infrastruktur und Souveränität), Fachkräfte und Technologie.

Ciscos Rolle in der Ära von AgenticAI

In seinem anschliessenden Referat geht Jeetu Patel, President und Chief Product Officer bei Cisco (Bild unten), weiter ins Detail. Die Welt ist laut Patel auf dem Weg von der Ära der Chatbots in die Ära von AgenticAI. Die Entwicklung bewegt sich also weg von KI als Produktivitäts-Tool, stattdessen soll sie zum ernstzunehmenden Arbeitskollegen werden. Der in naher Zukunft darauffolgende Schritt werde "Physical AI" sein, sprich der Einzug von KI in physische Arbeitsschritte, wie Patel überzeugt ist.

Auch spricht er ausführlich über die sogenannten Token Economics. Einen kompetitiven Vorteil werden in Zukunft demnach Unternehmen haben, die den Preis pro generiertem Token so tief wie möglich halten können. Token Ecomonics seien die neue Währung dieser neuen, KI-dominierten Welt.


Neue Produkte für neue Herausforderungen

Cisco sieht die eigene Rolle in dieser Welt als Lieferant, der die kritische Infrastruktur für diese Entwicklung bereitstellen kann. Hierfür baut der Hersteller ein breites Portfolio auf, man sieht sich im Zentrum der KI-Revolution. Der Hersteller will hierfür einen ganzen Technologie-Stack für diese neue Ära schaffen, der sich von Chips über Networking-Systeme und Security-Lösungen bis hin zu eigenen KI-Agents, etwa für die Kommunikationslösung Webex, zieht.

Vorgestellt wurde etwa ein neuer Chip für Rechenzentren, der Silicon One G300, der die Skalierung von KI-Clustern ermöglichen soll. Dazu gibt es zwei neue, auf dem G300 aufbauende Switches, die für Data Centers und den Unternehmenseinsatz konzipiert sind. Dazu kommen zwei neue Optics-Systeme, mit denen sowohl die Bandbreite als auch der Energieverrauch für den KI-Datenverkehr optimiert werden sollen – Stichwort Token Economics. Weiter präsentiert Cisco Updates für Cisco AI Defense, darunter etwa eine zentrale Steuerung für KI-Software-Assets und Echtzeit-Agentic-Grenzen, mit denen Interaktionen von KI-Agents überwacht werden können.


Für das genannte KI-Agent-Unternehmen der Zukunft, in der AI Agents wie Arbeitskollegen arbeiten und interagieren sollen, präsentiert der Hersteller darüber hinaus Neuerungen für das AgenticOps-Prinzip. Das bereits im Sommer 2025 präsentiert Konzept beschreibt den Betrieb des Agent-getriebenen Unternehmens inklusive Automatisierung und der Nutzung von Echtzeit-Telemetrie. Das Konzept soll nun auf das ganze Cisco-Portfolio ausgeweitet werden, vorgestellt wurden neue Kapazitäten in den Bereichen Networking, Security und Observability.

"Swiss IT Magazine" ist im Amsterdam vor Ort. Die Cisco Live 2026 läuft noch bis am 13. Februar 2026. (win)


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