Die Schweizer Telekommunikationsanbieter
Swisscom und
Sunrise haben ein Konsortium zur Betrugsprävention gegründet. Die Vereinbarung ermöglicht es laut der Mitteilung, Informationen über betrügerische Vorfälle in Echtzeit auszutauschen. Kunden sollen so geschützt und "das digitale Ökosystem gesichert" werden. Wenn zum Beispiel ein Betrüger von einem Telekomanbieter blockiert wird, werden andere Anbieter in Echtzeit gewarnt. Damit soll unterbunden werden, dass der gleiche Betrüger es einfach bei einem anderen Provider nochmals versucht.
Das neue Konsortium ist Teil des Risk Intelligence Consortium von Lexisnexis, das generell Risikoinformationen datenschutzkonform austauschen kann. Es wird bisher im Bankensektor und in der Gaming-Branche sowie in weiteren Industrien genutzt. Bezüglich Telekommunikation ist das Abkommen zwischen Swisscom und Sunrise weltweit das erste seiner Art. Der Austausch von Betrugsinformationen dürfte in der Telekommunikationsbranche durchaus relevant sein, wie die beteiligten Unternehmen festhalten: "Aufgrund seiner zentralen Rolle bei globalen digitalen Onboarding- und Authentifizierungsprozessen steht der Kommunikations-, Mobilfunk- und Mediensektor im Fokus einer hohen Zahl von Betrugsversuchen."
So sei in diesen Bereichen mehr als jede zwanzigste digitale Interaktion ein bestätigter Betrugsangriff (5,2 %), was merklich über der Quote im E-Commerce-Sektor liege (4,6 %). Gegenüber dem Finanzdienstleistungssektor liegt der Anteil von Betrugsangriffen bei der Telekommunikation sogar zwanzigfach höher. Das neu gegründete Konsortium identifizierte in den ersten 3 Monaten seines Bestehens über 4000 risikoreiche Datenmerkmale. Dies hat laut
Swisscom und
Sunrise dazu geführt, dass die Betrugserkennung um 150 Prozent gesteigert werden konnte. Die Zuverlässigkeitsquote bei den ermittelten Betrugssignalen lag dabei bei fast 100 Prozent.
(ubi)