cnt
Ruag zahlt Lösegeld an Ransomware-Erpresser
Quelle: Pixabay

Ruag zahlt Lösegeld an Ransomware-Erpresser

Nach einem Ransomware-Angriff im Herbst 2025 hat der Schweizer Rüstungskonzern Ruag entgegen einer Empfehlung des Bundes Lösegeld gezahlt, wie jetzt bekannt wurde. Es soll sich um einen tiefen sechsstelligen Betrag gehandelt haben.
8. Juni 2026

     

Bereits im Herbst 2025 tätigte die Hackergruppe Akira einen erfolgreichen Ransomware-Angriff auf Ruag LLC, die US-Tochterfirma des schweizerischen Rüstungskonzerns Ruag ("Swiss IT Magazine" berichtete). Das Unternehmen hat den Vorfall damals bestätigt und bekräftigte, die Attacke habe sich ausschliesslich auf die lokale Tochter ausgewirkt.

Jetzt wurde bekannt, wie Ruag aus dem Schlamassel herausgekommen ist. Unter anderem "SRF" berichtet, dass Ruag auf die Erpressung eingegangen ist, Lösegeld gezahlt und so die verschlüsselten Daten im Umfang von 24 GB komplett zurückerhalten hat, wie VR-Präsident Jürg Rötheli in der SRF-Samstagsrundschau verkündete. Es sei dabei um einen "kleineren" Beitrag gegangen, was dem üblichen Vorgehen der Hackergruppe entspricht, die in letzter Zeit lieber viele kleinere Unternehmen attackiert, als von Megakonzernen grosse Lösegeldsummen zu fordern. Bei einem solchen kleineren Betrag soll es sich jeweils um eine Forderung im tiefen sechsstelligen Bereich handeln.


Mit dem Schritt handelt Ruag gegen die dringliche Empfehlung des Bundes beziehungsweise des Bundesamtes für Cybersicherheit, in Ransomware-Fällen kein Lösegeld zu zahlen, weil damit bloss kriminelle Aktivitäten gefördert würden. Ruag will das Vorgehen gemäss Rötheli unternehmensintern abgesprochen und sich von US-Juristen beraten lassen haben. Das Verteidigungsdepartement, Eigentümerin von Ruag, wurde dagegen vor der Zahlung nicht konsultiert – das VBS wollte nichts dazu sagen, dass ein Bundesunternehmen Lösegeld bezahlt hat. Ruag selbst beharrt darauf, der Entscheid zur Zahlung sei korrekt gewesen, man habe ja schliesslich alle Daten zurückerhalten und den Schaden so minimieren können. (ubi)


Weitere Artikel zum Thema

15'000 Logins von Beamten und Ruag-Mitarbeitern im Darknet

6. August 2018 - Mindestens 15'000 persönliche Zugangsdaten von Mitarbeitern der Bundesverwaltung oder anderer Bundesorganisationen werden im Darknet gehandelt. Dazu gehören auch hochrangige Ermittler des Bundesamtes für Polizei oder Mitglieder der Konzernleitung des Waffenunternehmens Ruag.

Ruag-Attacke: Militär scheinbar nicht betroffen

12. Juli 2016 - Nach der Cyberattacke gegen die Ruag hat auch das Schweizer Militär seine Netzwerke und Computer überprüft. Malware sei aber keine gefunden worden, heisst es.

Ruag-Hacker haben 20 GB Daten erbeutet

23. Mai 2016 - Im Fall des Hackerangriffs auf den Rüstungskonzern der Ruag sollen keine persönlichen Daten von Bundesmitarbeitern erbeutet worden sein. Über die Urheberschaft des Angriffs wurden keine neuen Angaben veröffentlicht.


Artikel kommentieren
Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.

Anti-Spam-Frage: Aus welcher Stadt stammten die Bremer Stadtmusikanten?
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER