Das Meinungsforschungsinstitut
GFS Bern hat im Auftrag der Stiftung Mercator Schweiz eine Studie durchgeführt. Sie sollte klären, unter welchen Bedingungen die digitale Transformation in der Schweiz akzeptiert wird. Generell wird Digitalisierung mehrheitlich positiv beurteilt, so ein Hauptresultat
der Untersuchung. Die Schweizer Bevölkerung sieht persönliche Vorteile, die sich durch Digitalisierung ergeben, ist angesichts der gesellschaftlichen Folgen aber eher skeptisch. Diese Differenz verweise auf ein zentrales Spannungsfeld zwischen individuellem Nutzen und kollektiven Risiken, merkt die Studie an und versteht unter Risiken unter anderem soziale Ungleichheiten, Kontrollverluste und negative Auswirkungen auf demokratische Prozesse. Demnach steht die Digitalisierung der Schweiz unter Druck.
Dem Staat misst die Bevölkerung eine zentrale Rolle in der digitalen Transformation bei, heisst ein weiteres Fazit der Studie. Die Mehrheit der Befragten erwartet, dass der Staat klar Rahmenbedingungen schafft und die Entwicklung aktiv steuert, vor allem hinsichtlich Datenschutz, Datensicherheit und Umgang mit künstlicher Intelligenz. Der Staat soll jedoch nicht bloss als Regulator fungieren, sondern auch eigene digitale Innovationen und Lösungen vorantreiben.
Ein weiteres zentrales Studienergebnis ist ein ausgeprägtes Bedürfnis nach digitaler Souveränität. Auch wenn es etwas kostet, ist die Bereitschaft breit abgestützt, in eigene digitale Infrastrukturen und Lösungen zu investieren. Dies unter anderem, um Abhängigkeiten von internationalen Technologieunternehmen nicht zum Risiko werden zu lassen. Die internationale Tech-Branche wird von den Befragten technologisch, aber auch politisch und gesellschaftlich kritisch beurteilt. So wird etwa künstliche Intelligenz im Alltag von vielen Menschen bereits benutzt, aber es bestehen sorgen hinsichtlich Kontrolle, Transparenz und Ressourcenverbrauch.
Die Studienergebnisse basieren auf einer repräsentativen Befragung der Schweizer Wohnbevölkerung ab 16 Jahren, die vom ersten bis 12. Dezember 2025 gemischt online und telefonisch erfolgte. Insgesamt wurden 1018 Personen befragt.
(ubi)