Die Schweiz findet in Sachen Glasfaserausbau langsam den Anschluss. Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt hat das Land aber weiterhin noch etwas Aufholbedarf, wie aktuelle Zahlen des FTTH Council Europe zeigen. Die Auswertung mit Stand Mitte 2024 bescheinigte der Schweiz noch einen Glasfaserausbau von gerade einmal 58 Prozent, der Rest Europas lag damals bei 75 Prozent. Rund ein Jahr später, im September 2025, zeigt sich schon eine deutlich bessere Situation: Während man in Europa durchschnittlich bei 79 Prozent FTTH-Abdeckung liegt, hat die Schweiz auf respektable 72 Prozent aufgeholt. Der Wert ergibt sich aus der Abdeckung von 4,1 Millionen Haushalten gemäss BFS. Wenn die Abdeckung anhand der 5,5 Millionen Wohnungen und Geschäfte gemessen wird, kommt die Schweiz auf eine Abdeckung von 54 Prozent.
Die Take-up Rate, also die tatsächliche Nutzung der Glasfaseranschlüsse, liegt hierzulande bei 51 Prozent (EU-Durchschnitt: 54 %). Das ist zwar nicht besonders hoch, der jüngst schneller voranschreitende Ausbau der Infrastruktur dürfte hier wohl einen gewissen Einfluss haben.
Swiss Fibre Net (SFN) begrüsst die Fortschritte ausdrücklich, sieht aber trotzdem die Notwendigkeit, den Ausbau weiter zu beschleunigen. Der Fahrplan des Bundesrates sei zu langsam, wie es weiter heisst. "Die digitale Transformation erfordert kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz zu sichern und den digitalen Graben zwischen urbanen und ländlichen Regionen zu schliessen", so SFN. Vor allem die ländlichen Regionen sind nach wie vor stark unterversorgt, wie SFN-CEO Andreas Waber darüber hinaus betont.
An der europäischen Spitze in Sachen Glasfaserausbau liegt übrigens Malta mit einer perfekten Abdeckung von 100 Prozent. Dicht dahinter folgen Rumänien (97 %) und Spanien (96,5 %).
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(win)