Adobe hat im Rahmen eines Vergleichs mit dem US-Justizministerium einer Geldstrafe von 75 Millionen Dollar zugestimmt. Ausserdem muss
Adobe weitere 75 Millionen Dollar in Form kostenloser Leistungen für Kundinnen und Kunden erbringen. Hintergrund sind
Vorwürfe rund um unzureichend offengelegte Abo-Bedingungen und erschwerte Kündigungen bei Online-Abonnements. Einerseits verrechnete Adobe seinen Kunden, die im ersten Jahr nach Abschluss eines Abos für eine Adobe-Software kündigen wollten, eine Kündigungsgebühr in der Höhe von 50 Prozent dessen, was an Abogebühren noch fällig gewesen wäre. Informationen darüber seien nicht ausreichend transparent dargestellt worden. Hinweise auf mögliche Gebühren bei vorzeitiger Kündigung seien laut den Behörden in kleingedruckten Texten oder unauffälligen Links verborgen gewesen.
Zudem soll Adobe Kündigungen unnötig erschwert haben. Das Justizministerium spricht von komplizierten und ineffizienten Abläufen mit zusätzlichen Schritten, Verzögerungen, unerwünschten Angeboten und Warnhinweisen, die Kundinnen und Kunden vom Abbruch ihres Abos hätten abhalten können.
Der nun geschlossene Vergleich enthält neben den finanziellen Leistungen auch Vorgaben für künftige Abo-Angebote. Adobe muss demnach allfällige Gebühren bei vorzeitiger Kündigung künftig klar offenlegen und erläutern, wie diese berechnet werden. Bei kostenlosen Testphasen von mehr als sieben Tagen soll das Unternehmen zudem vor der Umwandlung in ein kostenpflichtiges Abo mit Kündigungsgebühr nochmals erinnern. Ausserdem muss Adobe einfachere Möglichkeiten zur Kündigung bereitstellen.
Adobe hat den Vergleich
in einem eigenen Statement bestätigt, weist aber gleichzeitig die Vorwürfe zurück und betont, man sei mit den Behauptungen der Regierung nicht einverstanden und bestreite ein Fehlverhalten. Im Statement verweist
Adobe zudem darauf, dass das Unternehmen seine Abo-Bedingungen transparent kommuniziere, über einen einfachen Kündigungsprozess verfüge und die Anmelde- und Kündigungsabläufe in den vergangenen Jahren weiter vereinfacht habe.
Betroffene Kundinnen und Kunden, die Anspruch auf kostenlose Leistungen im Umfang von 75 Millionen Dollar haben, sollen laut Adobe proaktiv kontaktiert werden, sobald die notwendigen Gerichtsschritte erfolgt und angenommen worden sind.
(mw)