Die Speicherkrise zieht weiter an und könnte schwerere Folgen haben als bisher angenommen. Noch Anfang März
schrieben die Analysten von Gartner, dass die Preise für neue Rechner bis Ende 2026 wohl um etwa 17 Prozent steigen werden, während Smartphones um etwa 13 Prozent teurer werden könnten. Die Marktforscher von
Trendforce zeichnen nun ein deutlich düstereres Bild: Bis Ende des Jahres sollen die Preissteigerungen bei Laptops fast 40 Prozent betragen.
Diese Zahlen beziehen sich auf ein Midrange-Modell mit einem Verkaufspreis von etwa 900 Dollar. Die Speicherkomponenten sollen bei einem solchen Modell für eine Preissteigerung von etwa 30 Prozent sorgen, zusammen mit der CPU rechnet Trendforce dann mit den genannten knapp 40 Prozent. Denn nicht nur Storage-Hersteller, sondern auch CPU-Produzenten wie
Intel haben ihre Preise in jüngster Zeit spürbar nach oben angepasst.
Besonders leiden wird der Markt für Einsteiger- und wohl auch für Midrange-Modelle. Hier machen Speicherkomponenten und CPU einen deutlich grösseren Teil der Materialkosten aus als bei teuren Geräten. Ausserdem priorisieren einige Hersteller derzeit die teurere, KI-fokussierte Produkte über günstige Laptop-Komponenten. Wie auch im Smartphone-Segment wird dies zu einer höheren Preissteigerung bei günstigeren Modellen führen als bei Premium-Laptops. Darüber hinaus werden grosse PC- und Smartphone-Hersteller dank langjährigen Verträgen und guten Rabatten wohl besser durch die Krise kommen und die Preise nicht so stark anpassen müssen wie kleinere Mitbewerber.
(win)