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The Document Foundation stichelt gegen Onlyoffice
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The Document Foundation stichelt gegen Onlyoffice

Onlyoffice sei "Fake Open Source", moniert die Libreoffice-Herausgeberin The Document Foundation. Der Grund: Onlyoffice setzt auf Microsofts proprietäre OOXML-Dokumentenformate.
23. Februar 2026

     

Die Organisation The Document Foundation (TDF), verantwortlich für die freie Office-Alternative Libreoffice, hat sich schon in der Vergangenheit negativ zu Microsofts aus ihrer Sicht absurd komplexen XML-Schemas der OOXML-Dokumentenformate von Microsoft Office geäussert. Jetzt gerät mit Onlyoffice ein weiterer Anbieter von Office-Software ins Visier der Foundation. TDF, respektive deren Gründungsmitglied Italo Vignoli in Form eines Blogbeitrags, bezeichnet Onlyoffice als "Fake Open Source". Onlyoffice paktiere mit Microsoft, um einen Vendor-Lock-in zu erzwingen, indem in der Software von Onlyoffice standardmässig Microsoft-Dokumentenformate genutzt würden, statt auf den offenen Standard ODF zu setzen.

The Document Foundation vergleicht die Situation mit dem Browserkrieg in der Vergangernheit. Zu Zeiten von Internet Explorer 6 habe Microsoft versucht, das Web in eine proprietäre Form zu zwängen. Im Fall der Office-Formate habe die International Standard Organization (ISO) Microsofts OOXML blind zum Standard erhoben, obwohl es in der Gesamtheit nie als Einheit funktioniert habe. Stattdessen müssten Nutzer sich heute ständig mit Formatierungsfehlern herumschlagen, wenn sie versuchten, ein DOCX-, XLSX- oder PPTX-File ausserhalb von Microsofts Office-Suite zu verwenden.


TDF vergleicht die proprietären File Wrapper von OOXML mit einer Art digitaler Zwangsjacke: "Die Verwendung eines proprietären Formats für Dokumente hat für die Nutzer auch andere Nachteile. Auf diese Weise vertrauen sie die Schlüssel zu ihren eigenen Inhalten jemandem an, den sie nicht kennen und dessen Interessen sich von ihren eigenen unterscheiden." Im Idealfall werde der Inhalt geteilt, schlimmstenfalls entstünde daraus ein Risiko, wie der Fall des Chefanklägers am Internationalen Gerichtshof gezeigt habe: Microsoft hat auf Befehl von US-Präsident Trump diesem Chefankläger schlicht das E-Mail-Konto gesperrt.

Ähnliches könne Microsoft-365-Nutzern passieren, wenn die proprietären Formate plötzlich geändert würden, sodass sie nicht mehr lesbar sind, wenn nicht eine bestimmte Version der Software dafür verwendet wird. Zum Schluss merkt der Autor des Beitrags noch an, Libreoffice handhabe ODF-Dateien perfekt und OOXML-Files besser, als Microsoft 365 mit ODF-Files umgehen könne. (ubi)


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