Whatsapp soll bald mit anderen Messengern kommunizieren können
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Whatsapp soll bald mit anderen Messengern kommunizieren können

Aktuell haben Nutzer oft mehrere Messenger auf dem Smartphone, interoperabel sind diese nicht. Das will Whatsapp zumindest für seinen Dienst ändern.
7. Februar 2024

     

Viele Nutzer kennen das Problem: Ein Familienmitglied nutzt Telegram, eine Bekannte Signal, die Kolleginnen und Kollegen wiederum Whatsapp. Letztlich bleibt also nichts anderes übrig, als die verschiedenen Apps auf dem Smartphone zu installieren – zumindest noch. Denn Whatsapp will künftig die Chat-Kommunikation auch mit anderen Messengern ermöglichen, ohne die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu brechen, wie "Wired" berichtet. Allerdings handelt es sich nicht um einen rein nutzerzentrierten Vorstoss, sondern der Anbieter reagiert vor allem auf die Vorgaben des Digital Markets Act (DMA) der EU, der eine Öffnung der "Gatekeeper"-Dienste für Wettbewerber fordert.

Das bringt jedoch Herausforderungen mit sich, wie Dick Brouwer, ein technischer Direktor bei Whatsapp, gegenüber "Wired" erklärt. "Es besteht ein echtes Spannungsverhältnis zwischen dem Angebot einer einfachen Möglichkeit, Dritten diese Interoperabilität zu bieten, und der gleichzeitigen Wahrung des Datenschutzes, der Sicherheit und der Integrität von Whatsapp." Brouwer zeigt sich aber zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis. Demnach soll sich die Interoperabilität von Whatsapp und anderen Messengern zunächst auf Textnachrichten, das Senden von Bildern, Sprachnachrichten, Videos und Dateien zwischen zwei Personen konzentrieren. Anrufe und Gruppenchats werden erst (viel) später möglich sein.

Vor der Nutzung der übergreifenden Kommunikation ist aber eine aktive Einwilligung der Nutzer nötig. Anschliessend sollen sie Nachrichten von anderen Apps in einem separaten Bereich sehen. Allerdings wird die konkrete Umsetzung noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn andere Anbieter müssen vorerst eine Vereinbarung unterzeichnen und die Bedingungen von Meta akzeptieren. Meta selbst würde auf technischer Ebene das Signal-Verschlüsselungsprotokoll bevorzugen, das beispielsweise auch Google Messages und Skype verwenden. Doch auch andere Protokolle sollen möglich sein, so lange sie den Meta-Sicherheitsstandards entsprechen. (sta)



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Kommentare
alles Marketing mit unehrlichen Tricks unterlegt für mich. meta würde sich auf diese Weise neue Kanäle zum anstauben von persönlichen Daten erschliessen. Es hat mir schon gereicht, dass sie den Kaufvertrag gebrochen haben und die Daten von WhatsApp mit Facebook (heute meta) zusammenführten. Zuckerberg ist jedes Mittel recht an persönliche Daten zu gelangen, auch über Hintertüren. Ich empfehle jedem gut zu prüfen Tür und Tor nicht weiter zu öffnen auf seinem Smartphone. Es können auch andere Personen betroffen werden (ohne, dass Sie das realisieren würden).
Samstag, 10. Februar 2024, Franz Ehrlichmann

Zu seiner Anfangszeit basierte Whatsapp einmal auf XMPP/Jabber und war größtenteils kompatibel zu anderen Clients auf dieser Plattform. Die Technologie wurde also von Open Source Projekten kostenlos abgestaubt um dann die virtuelle Käseglocke darüber zu stülpen, ohne je wieder etwas an die Community zurückzugeben. Der nun durch Whatsapp eingeschlagene Weg zurück in eine Interoperabilität klingt für mich so aufwendig, dass man nur jedem Nutzer empfehlen kann gleich eine dezentrale Lösung zu wählen, welche die gesetzlichen Vorgaben schon seit etlichen Jahren übererfüllen. Mit Signal-Verschlüsselungsprotokoll ist vermutlich OMEMO gemeint und dass dieses durch Skype und Google verwendet werden soll ist mir neu. Für die eben genannten dezentralen Messenger dagegen ist OMEMO längst etabliert.
Donnerstag, 8. Februar 2024, PW



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