Fujitsu Forum 2019

Künstliche Intelligenz macht Quantensprünge

Künstliche Intelligenz macht Quantensprünge

7. Dezember 2019 - Von Michael Kurzidim

Fujitsu will Firmen helfen, die Herausforderungen der ­digitalen Transformation mit Der japanische Lösungs- und Infrastrukturanbieter Fujitsu hilft Unternehmen, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern. KI-Chips und ein quanten-ähnlicher Superrechner bilden dabei eine sehr leistungsstarke Kombination.
Artikel erschienen in IT Magazine 2019/12
"Mit dem Digital Annealer haben wir einen schnellen quanten-ähnlichen Rechner auf dem Markt, der heute schon konkrete Ergebnisse liefert" Joseph Reger, CTO, Fujitsu (Quelle: Fujitsu)
KI-Prozessoren, Co-Creation und Quantencomputer hies­sen die Kernthemen, die auf dem Fujitsu Forum, das im November in München stattfand, verhandelt wurden. Universell einsetzbare Quantencomputer sind so etwas wie der heilige Gral der Informatik weltweit. Alle suchen danach, aber keiner hat ihn bislang gefunden. Fujitsus Digital Annealer, ein quanten-inspirierter Rechner, kommt den Versprechen der Quanten-Enthusiasten jedoch schon ziemlich nahe. Der Annealer spielt seine Stärken besonders bei kombinatorischen Problemen aus, wo Milliarden von Optionen performant kalkuliert und auf Effizienz evaluiert werden müssen. Solche Problemstellungen tauchen zum Beispiel in der smarten Verkehrsplanung, der Logistik, der medizinischen Diagnostik oder im Portfolio-Management von Finanzinstituten auf, und dort soll Fujitsus Annealer durch hochgradige Parallelisierung um bis zu 10’000 Mal schneller rechnen als heute verfügbare Supercomputer. Er soll in der Lage sein, 10100 kombinatorische Optionen, das ist eine Zahl mit hundert Nullen, in einer Sekunde durchzuspielen.
"Mit dem Digital Annealer haben wir einen schnellen quanten-ähnlichen Rechner auf dem Markt, der heute schon konkrete Ergebnisse liefert" Joseph Reger, CTO, Fujitsu
Von Fujitsus KI-Prozessor DLU profitieren Unternehmen mit hochgradig komplexen kombinatorischen Problemstellungen.


Superrechner

"Unser Ziel war es, Fähigkeiten zu bauen, die nicht auf eine unbestimmte Zukunft vertrösten, sondern die direkt abrufbar sind", betont Joseph Reger, theoretischer Physiker, Informatiker und CTO bei Fujitsu. "We solve real-world problems in real-time", sagen Fujitsu-Manager nicht ohne Stolz und machen sich damit auch ein Stück weit über die Pilotprojekte der Konkurrenz lustig, die allenfalls stark eingegrenzte Spezialaufgaben bewältigen können. Der Digital Annealer dagegen kam im April dieses Jahres in einer verbesserten zweiten Version auf den Markt und hat sich in der Praxis bereits bewährt. Die britische Natwest optimiert damit ein Investment-Portfolio in Höhe von 120 Milliarden Pfund. Die Commerzbank hat mit dem quantenähnlichen Superrechner der Japaner ihr Leasing-Vertragsmanagement auf Effizienz getrimmt.

Stichwort Data-driven Enterprise: Letztlich kommt es darauf an, nicht nur schnellere, sondern auch bessere Entscheidungen zu fällen, die auf realen Daten basieren. Der Chief Risk Officer eines Finanzinstitutes sei mit quanten-inspirierten Rechnern wie dem Annealer in der Lage, Risikobewertungen nahezu in Echtzeit durchzuführen, um seine Investitionsentscheide besser abzusichern, erläutert Wilhelm Petersmann, Managing Director für die Schweiz und Österreich und Head of Financial Services bei Fujitsu. Bislang fahren Unternehmen sehr rechenintensive Jobs im Batchbetrieb über Nacht oder am Wochenende. Diese Zeit, so Petersmann, sei aber häufig nicht vorhanden; die Verzögerung wirke sich nachteilig auf die Unternehmen aus.
 
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