Editorial: Ballmer macht Platz für Nadella - und Gates

Editorial: Ballmer macht Platz für Nadella - und Gates

9. Februar 2014 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2014/01
(Quelle: SITM)
Nach der für viele überraschenden, jedoch für viele auch längst überfälligen Rücktrittsankündigung von Steve Ballmer im vergangenen Sommer, ist einige Zeit ins Land gegangen. Nun, an einem ganz gewöhnlichen, nicht sonderlich speziellen Tag anfangs Februar, hat Microsoft ohne grosses Tamtam seinen neuen CEO vorgestellt. Er heisst Satya Nadella, ist 46 Jahre alt, in Indien geboren und aufgewachsen und arbeitet bereits sein halbes Leben für Microsoft.
Ich hatte bereits die Gelegenheit, ihn live auf der Bühne zu erleben und kann sagen, dass die Art und Weise, wie der neue Chef vorgestellt wurde, zu ihm passt. Auch eines der ersten offiziellen Pressefotos von ihm als CEO, das ihn in einem Kaputzenpulli lässig an eine Wand gelehnt zeigt, ist stimmig. Er ist im Vergleich zu Ballmer deutlich ruhiger und gibt leisere und bescheidenere Töne von sich. Trotz oder gerade deswegen kommt er gut an. Auch in der riesigen und wichtigen Entwicklergemeinde von Microsoft ist Nadella beliebt, nicht zuletzt, weil er selber ein Techie ist – im Gegensatz zu Ballmer, dem Geschäftsmann und zuweilen auch Showman.
Hier ein Beispiel: An der letzten Build-Entwicklerkonferenz, an der ich teilnahm – notabene am Microsoft-Hauptsitz in Redmond – hielten sowohl Ballmer als auch Nadella eine Keynote. Während Ballmer etwas tollpatschig, aber irgendwie halt doch authentisch und fesselnd, neue Windows-8-Produkte präsentierte, referierte Nadella als Chef der Enterprise- und Cloud-Gruppe relativ nüchtern, aber doch mit einem gewissen Witz und Charisma über Visual Studio, Azure und andere, deutlich weniger attraktive Produkte.
Nadella versteht etwas von Software, von Microsoft. Und wie er in einem Webcast kurz nach der Ernennung zum CEO deutlich durchblicken liess, weiss er auch, was er tun muss. Immer wieder und fast schon gebetsmühlenartig waren aus seinem Mund die Worte «mobile first, cloud first» zu hören und dass Software in dieser neuen Welt eine grosse und wichtige Rolle spielt. Er erwähnte aber auch, dass es die richtige Hardware braucht – und hier versucht sich Microsoft ja spätestens seit der Nokia-Übernahme wirklich ein neues Standbein aufzubauen.
 
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