Energieeffiziente Server-Boxen

Blade Server bieten zahlreiche Vorteile, etwa bei der Energieeffizienz, der Flexibilität und beim Management.
4. März 2012

     

Gemäss IDC-Zahlen aus dem letzten Jahr wurden 2010 in Westeuropa rund 280’000 Blade Server im Gesamtwert von 1,8 Milliarden Dollar verkauft – was rund 25 Prozent der gesamten Umsätze mit x86er-Servern entspricht. Dieser Anteil dürfte sich 2011 sogar noch gesteigert haben, auch wenn endgültige Zahlen bislang nicht vorliegen. Sicher ist, dass Blade Server eine wichtige Rolle im Server-Geschäft spielen. Dies bestätigen auch die Hersteller in unserer Marktübersicht, wobei der Anteil der Blade Server am gesamten Server-Volumen stark variiert. Die Angaben reichen von einem 5-prozentigen Blade-Anteil bei Wortmann, über 10 Prozent bei Fujitsu, 20 Prozent bei Marktführer HP bis hin zu 98 Prozent bei Cisco – immerhin der Nummer 3 im Markt. Und die meisten Hersteller geben auch zu Protokoll, dass die Bedeutung von Blades steigt und sie künftig vermehrt in diesen Bereich investieren wollen.


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Effizient und Flexibel

Die Vorteile von Blade Servern sind vielfältig, wie etwa Serge Guex, Product Manager HP Bladesystem, ausführt: «Blade Server zeichnen sich durch ihre budgetschonende Energieeffizienz aus. Zwar sind die Investitionen höher als bei Rack-Servern, dafür liegt der Break-Even bereits bei drei bis vier Servern. Danach sieht die Rechnung für unsere Kunden mit jedem zusätzlichen Server besser aus. Zusätzlich profitieren Unternehmen von den niedrigen Administrationskosten und der bereits erwähnten Energieeffizienz. Blade Server benötigen rund 40 Prozent weniger Strom als vergleichbar konfigurierte Rack-Server.» Hitachi Data Systems gibt gar an, dass Kunden einen Rückgang des Stromverbrauchs um bis zu 50 Prozent gegenüber der alten IT-Umgebung beobachtet hätten. Gemäss Max Baumann, Presales Manager bei Hitachi Data Systems (HDS) Schweiz, liegen die weiteren Vorteile von Blade Servern nebst der Energieeffizienz «in der Flexibilität sowie in der einfachen Installation, Verwaltung und Wartung.» Hinzu kommen laut Tom Schmid, Product Marketing Manager bei Fujitsu, Vorteile wie die Server-Dichte per Chassis, die Kombination von Server- und Storage-Blades, der modulare Aufbau, die Flexibilität der Integration, die Konsolidierung der Kabelinfrastruktur, der einfache Ausbau und die bessere Verwaltbarkeit. Die Ausbaumöglichkeiten sind auch ein Punkt, den Stephan Mühlemann, Senior Regional Manager Channel Switzerland bei Dell, anspricht: «Blades sind die idealen Server für eine Infrastruktur ab ungefähr sechs Servern, wenn bereits bei der Konzeption von einem erheblichen Wachstum ausgegangen wird. Aufgrund der schnellen Ausbaufähigkeit lassen sich zukünftige Leistungserweiterungen schnell und einfach bewerkstelligen, ohne komplexe Installationsarbeiten durchführen zu müssen.»


Unterschiedlichste Einsatzgebiete

Somit bieten sich Blades für ein breites Anwendungsspektrum an. So empfiehlt Markus Mattmann, Country Leader Systems bei Oracle: «Unternehmen, deren Infrastruktur mit einer Vielzahl von Applikationen und Systemen zunehmend komplexer wird, sollten Blade-Architekturen in Betracht ziehen.» Hans Jaeckle, Product Manager System x bei IBM Schweiz, ergänzt: «Vorteile bietet die Bladecenter-Architektur vor allem dort, wo viele ähnliche oder gar gleiche Server eingesetzt werden. Hier kommen die Stärken des Systems voll zum Zug, da die Skaleneffekte umfänglich ausgenutzt werden können.» Laut Schmid von Fujitsu können Blade Server zudem als «Datacenter in a Box» dienen, «zum Beispiel bei eingeschränktem Raumangebot in Aussenstellen oder als komplette Infrastruktur für KMU.» Jedoch auch für den High-end-Bereich sind Blades prädestiniert, so Baumann von HDS, der Blade Server als optimal für Anwendungen bezeichnet, die die Leistung von mehreren Systemen nutzen können. «Hierzu gehören zum Beispiel SAP-Applikationen, alle Applikationen im High-Performance-Computing-Umfeld und Datenbanksysteme.» Auf die Frage, was bei der Anschaffung von Blade Servern insbesondere zu beachten ist, antwortet Baumann: «Im Rechenzentrum müssen die infrastrukturellen und baulichen Voraussetzungen gegeben sein, damit Blade Server effektiv und sicher eingesetzt werden können.»

Stephan Mühlemann von Dell führt aus, dass es beim Abklären der Voraussetzungen für eine Blade-Infrastruktur um Bereiche wie die benötigten Leistungsspannen, die Lokation von eventuell bereits bestehenden zentralen Storage-Systemen und die Manageability geht. «Des weiteren ist der Platzbedarf ein Thema, wie auch die benötigte Kühlung und Lüftung. Abschliessend stellt sich die Frage nach der benötigten Netzwerkleistung. Sind mindestens 10-Gigabit-Ethernet oder sogar Infiniband bereits vorhanden oder muss der Ausbau des Netzwerkes berücksichtigt werden?», so Mühlemann. Und Markus Mattmann von Oracle fügt an, dass es optimal sei, wenn neben den durch das Blade-Konzept mitgebrachten Vereinfachungen der Hardware-Infrastruktur – sprich weniger Kabel, mehr Flexibilität durch Trennung von CPU/Memory vom I/O, Mischbetrieb von CPUs – auch Vereinfachungen bei der Basis-Software realisiert werden können. Zu diesen Vereinfachungen zählt er ein einheitliches Management, Provisionierung oder das Patchen und Monitoren von Hardware. (mw)



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