Wege zur flachen Röhrenqualität

Wege zur flachen Röhrenqualität

3. November 2005 - Nach den OLED- stehen jetzt auch Nanoröhren-Displays vor der Markteinführung. Canon drückt derweil die CRT-Technik flach.
Artikel erschienen in IT Magazine 2005/20

Nach den Arbeitsplätzen erobern die flachen Flüssigkristallbildschirme jetzt auch langsam die Wohnzimmer. Obwohl, für bewegte TV-Bilder sind die LCDs bisher nur bedingt geeignet. Und auch die Plasmatechnologie ist verhältnismässig aufwendig und damit teuer. Der flache Bildschirm hat aber allen Mängeln zum Trotz Sex-Appeal. Anders ist es nicht zu erklären, dass Konsumenten derzeit ihre guten alten Röhrenfernseher für Tausende von Franken gegen qualitativ eindeutig schlechtere Flachbildschirme eintauschen. Ob sich die heutigen LC- und Plasma-Technologien langfristig behaupten können, ist allerdings fraglich. Denn bereits stehen andere Techniken bereit, die billigere und leistungsfähigere Flachbildschirme versprechen: Nach den OLED-Displays (Organic Light Emitting Diodes),
die im Handybereich bereits eingesetzt werden, stehen jetzt auch Nanoröhrenbildschirme an der Schwelle zur Marktreife, und Canon will den Markt mit SED (Surface-conducting Electron-emitter Display) erobern, einer Flachbildschirmvariante der traditionellen Röhrentechnik.


OLEDs vom Handy in die PCs

Organische Leuchtdioden werden heute vor allem auch wegen ihres geringen Stromverbrauchs bereits in einigen Handys und MP3-Playern eingesetzt, und schon bald sollen sie auch in Fernsehern und PC-Bildschirmen für ein farbechtes und vor allem auch schlierenfreies Bild sorgen. Die Technik beruht auf organischen Verbindungen, die Licht aussenden, wenn sie unter Spannung dazu angeregt werden. Dazu sind im Prinzip nur drei dünne, transparente Schichten nötig, die übereinander zwischen einer Kathode und einer Anode aufgebracht werden. Direkt auf einer metallischen Kathode liegt die Elektronenleitungsschicht, von der unter Spannung negativ geladene Elektronen zur Anode wandern. Diese Schicht besteht aus durchsichtigen Metalloxiden. Direkt an der transparenten Anode liegt auf der anderen Seite des Displays die so genannte Löcherleitungsschicht aus organischem Material. Von dieser wandern unter Spannung positiv geladene Ladungslöcher zur Kathode. Im Sandwich zwischen der Elektronenleitungsschicht und der Löcherleitungsschicht befindet sich die gleichfalls organische Emitterschicht. In ihr befinden sich die lichtemittierenden Moleküle. Diese Moleküle Strahlen Licht mit einer bestimmten Farbe aus, wenn sich die Elektronen und die Ladungslöcher in ihnen neutralisieren.

 
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