Herkunft definiert BPM-Geschmack

Herkunft definiert BPM-Geschmack

8. Oktober 2004 - Business Process Management benötigt Tools unterschiedlicher Herkunft für die Verknüpfung von Geschäftsprozessen und IT. Entsprechend diffus präsentiert sich der Anbieter-Markt.
Artikel erschienen in IT Magazine 2004/18

Um die Geschäftsprozesse mit der IT verbinden zu können (siehe InfoWeek 17/2004), sind eine ganze Reihe von Tools nötig, die aus den unterschiedlichsten Software-Disziplinen stammen. Es verwundert darum wenig, dass derzeit Hersteller verschiedenster Herkunft versuchen, sich als BPM-Anbieter (Business Process Management) zu etablieren. Das Spektrum reicht von den Workflow-Spezialisten über die Integrations-Tool-Hersteller bis zu den Plattformanbietern (siehe Tabelle). Für Anwender ist es darum vor einer Lieferantenentscheidung umso wichtiger, die eigenen Bedürfnisse klar zu definieren und strategische Überlegungen miteinzubeziehen.
Zu einer BPM-Suite gehören im wesentlichen sechs Elemente: Werkzeuge zum Modellieren der Geschäftsprozesse, eine Orchestration- und Execution-Engine, Integrationsserver-Funktionalität, Monitoring-Werkzeuge, Simulations- und Optimierungswerkzeuge sowie eine Benutzerumgebung. Die Stärken und Schwächen der einzelnen Elemente einer Suite eines Hersteller verteilen sich denn auch meist auf Grund seiner Herkunft.


Herkunft entscheidet

Während die EAI-Spezialisten (Enterprise Application Integration) das Thema zumindest bis anhin zu technikzentriert behandeln und die menschliche Komponente der Geschäftsprozesse noch kaum integrieren, vernachlässigen die Workflow- und Contentmanagement-Anbieter die Applikationen, wie Jess Thompson von der Gartner Group erklärt. Zudem fehle in den Integrations-Suiten häufig der Optimierungsteil, das eigentliche Verbindungsstück jedes ManagementZyklus. Thompson gibt allerdings zu bedenken, dass der breitere Markt dies derzeit auch noch nicht fordere. Offensichtlich sind die Unternehmen bis auf weiteres noch mit den technischen Herausforderungen der Applikationsintegration gefordert. Erst muss die IT-Legacy sauber in eine Service-orientierte Architektur eingebunden werden. Die Schliessung des Management-Schaltkreises wird laut Thompson erst in rund fünf Jahren zu einem grossen Thema.





Im heute noch bestimmenden Integrationsbereich identifiziert Thompson grundsätzlich drei Typen von Integration: der datenzentrierte Typ, bei dem die Konsistenz der Daten über alle Applikationen eines Unternehmens im Zentrum steht, die Integration über Composite Applications, die auf dem Web-Services-Ansatz fusst und die mehrstufige Prozessintegration durch eine Choreographie der Geschäftsprozesse. Eine vollständige BPM-Lösung sollte all diese Integrationsarten adressieren. In der Praxis sind die drei Typen, gemäss Thompson, in den letzten Jahren auch bei allen Anbietern fusioniert worden.

 
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