Netscape meldet sich zurück

Netscape meldet sich zurück

17. September 2002 - Mehr als fünf Jahre nach der Veröffentlichung der Browsersuite Netscape 4 bringt Netscape mit Version 7 endlich die erste ernstzunehmende Nachfolgeversion auf den Markt.
Artikel erschienen in IT Magazine 2002/32

Die Marktforscher von Websidestory verkündeten in einer Presseinformation Ende August, dass der Marktanteil von Netscapes Browserprodukten auf einen historischen Tiefststand von 3,4 Prozent gesunken ist, nachdem Ende der 90er Jahre Netscape den Browsermarkt noch beherrschte. So kam die neue Version gerade recht, um den Browser vor der Bedeutungslosigkeit zu bewahren.


Sinnvolle neue Funktionen

Die Installation des neuen Browsers verläuft nicht mehr ganz so reibungslos wie auch schon: Nachdem via Installer alle benötigten Dateien aus dem Internet geladen wurden, muss man sich bei Netscape für diverse Dienste (Web-Mail, persönliches Depot, Instant Messenger) registrieren lassen. Die Wahl eines passenden Usernamens, welcher für die E-Mail-Adresse und den Messenger verwendet wird, gestaltet sich dabei nicht ganz einfach, sofern man ein Ergebnis wünscht, welches man sich problemlos merken kann, denn viele naheliegende Usernamen sind schon belegt.



Die Verbesserungen an der Oberfläche zur Vorgängerversion 6 halten sich in den gewohnten Grenzen. Wohl die komfortabelste Neuerung ist Tabbed-Browsing, welches man schon von Opera her kennt. Links lassen sich in sogenannten Tabs oder Registrierkarten innerhalb des gleichen Browserfensters öffnen, was sich ressourcenschonend auswirkt und das Fensterchaos eindämmt. Mehrere geöffnete Registrierkarten lassen sich als Gruppe zu den Bookmarks hinzufügen. Wer diese zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufruft, bekommt alle in der Gruppe vorhandenen Seiten präsentiert.



Ebenfalls praktisch sind die verbesserten Druckmöglichkeiten. Unter Datei - Seite einrichten lassen sich wie bei vielen anderen Softwareprodukten das Seitenformat auswählen und die Kopf- und Fusszeilen sowie Seitenränder definieren. In der Druckvorschau kann man darauf auf Knopfdruck überhängende Inhalte in die Seiten einpassen lassen, was Druckkosten spart.



Die Suche im Internet nach bestimmten Begriffen gestaltet sich nun noch einfacher. Nach mit der Maus markierten Begriffen kann man via Kontextmenü mit der in Netscape 7 voreingestellten Suchmaschine (Google/Netscape oder Overture) das Internet durchforsten. Die Ergebnisse werden in einem neuen Fenster präsentiert.



Die Seitenleisten gewinnen in den neuen Browserversionen immer mehr an Bedeutung. Während man sich früher nur auf die Darstellung von Bookmarks, History und einer simplen Suche beschränkt hat, werden dort heutzutage viele Zusatzprogramme und -funktionen untergebracht: Nachrichtendienste, Börsenkurse und eine frei definierbare Websuche gehören mittlerweile schon zum Standard.



Nachdem man schon bei Microsoft in der MSN-Variante des Internet Explorer den hauseigenen MSN Messenger in der Seitenleiste integrierte, zieht Netscape nun nach, so dass der neue Browser einen IM-Client für das AOL-Netz und ICQ enthält.



Nicht nur dem Wunsch nach einem Cookie-Manager wurde entsprochen. Nun bekommt man auch gleich einen Passwort-Manager, einen Download-Manager und einen Formular-Manager angeboten, was die Verwaltung des eigenen Browsers nicht gerade erleichtert. Dafür ist der neue Browser in der Lage, die einzelnen Benutzer-Accounts, geschützt durch ein Master-Kennwort, gegeneinander abzuschotten. So ist es beispielsweise nicht möglich, die Passwörter der anderen Familienmitglieder einzusehen und gleich "mitzuverwenden".



Die Quicklaunch-Funktion, welche den Browser beim Betriebssystemstart vorlädt, Themes, mit denen man die Oberfläche des Browsers nach eigenem Gusto gestalten kann, und ein Vollbildmodus, beispielsweise für Präsentationen, runden den Browser ab.



 
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