E-Commerce bei Kaba: Verzweigte Struktur, zentrale Store-Plattform

E-Commerce bei Kaba: Verzweigte Struktur, zentrale Store-Plattform

2. September 2003 - Nach diversen unzureichenden Offerten fand Kaba mit iStore und SAP-Interconnect von Oracle eine zentrale E-Commerce-Plattform.
Artikel erschienen in IT Magazine 2003/15

Der Kunde sei König - das behaupten die IT-Anbieter spätestens, seit sich ihre Lösungen nicht mehr von selbst verkaufen. Hansjörg Naef, CIO der Kaba-Gruppe, weiss anderes zu berichten: Bei der Evaluation einer unternehmensweit einheitlichen E-Commerce-Lösung gingen die meisten Offerten in wesentlichen Punkten nicht auf die klar formulierten Anforderungen ein.


Mehrstufiges Business-Modell

Die Kaba-Gruppe arbeitet nach einem mehrstufigen Business-Modell. Rund ein Dutzend Produktionsbetriebe, firmenintern Base Production Companies (BPC) genannt, liefern ihre Güter an die Landesvertretungen (Regional Marketing Organisations, RMO). Diese wählen die passenden Produkte für den jeweiligen Markt aus, fügen allenfalls eigene Entwicklungen und landesspezifisch zugekaufte Produkte hinzu und offerieren die Palette den lokalen Wiederverkäufern. Mit einigen Grosskunden arbeiten die RMO auch direkt zusammen.



Jede BPC betreibt ihr eigenes ERP-System. Die meisten Standorte arbeiten mit SAP, einige haben Navision oder weitere ERP-Lösungen installiert.



Die E-Commerce-Lösung, die man 2001 am Rümlanger Kaba-Hauptsitz als unternehmensweiten Standard plante, sollte an dieser verteilten IT-Architektur mit unabhängigen ERP-Systemen nichts ändern: Der Online-Shop, über den die Wiederverkäufer künftig die Kaba-Produkte ordern, hat sich der bestehenden Infrastruktur anzupassen, nicht umgekehrt.



CIO Naef sieht die Eigenständigkeit der Produktionsfirmen als wesentlichen Erfolgsfaktor für Kaba: "Die technische Verantwortung für die Produktgruppen liegt dort, wo auch produziert wird. Das fördert die Entwicklung. Wer so ein Business-Modell fährt, braucht eine IT-Lösung, wie sie unser Konzept verlangte."



Trotz individueller ERP-Systeme kam eine Lösung mit verschiedenen Shop-Systemen nicht in Frage: die gesamte Produktepalette sollte auf einer zentralen Plattform zusammengefasst sein. Naef: "Die Grundvision war eine Store-Lösung, die mehrere unserer Firmen vereint und so Geschlossenheit auch nach aussen zeigt."



Dennoch muss der Kaba-Store flexibel auf lokale Gegebenheiten reagieren: "Ein Produktionsbetrieb liefert pro regionaler Marketingorganisation vorbestimmte Mengen ausgewählter Produkte, und für jeden Wiederverkäufer kann das Angebot zusätzlich eingeschränkt werden - der herkömmliche Eisenwarenhändler verkauft unsere Schliessanlagen, ist aber nicht unbedingt die erste Adresse für die Schiebetüren von Kaba-Gilgen."



Das E-Commerce-Modell der Kaba-Gruppe



 
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