Das Online-Office ist noch nicht voll einsatzfähig

Das Online-Office ist noch nicht voll einsatzfähig

30. November 2009 - Vier Anbieter von Online-Office-Lösungen auf dem Prüfstand: Die Kollaborationsfeatures überzeugen mehr als die eigentlichen Office-Funktionen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/12

Office-Dokumente von jedem internetfähigen Computer aus einsehen, bearbeiten und erstellen – genau das erwartet man von einem «Online-Office». Dass Browser-basierte Office-Suiten aber noch ziemlich zu wünschen übrig lassen, räumt selbst der ansonsten lautstärkste Verfechter von Online-Anwendungen ein: Google-Präsident Dave Girouard fand in einem Interview, die hauseigene Textverarbeitung Google Docs sei «weit weniger ausgereift als etwa Gmail oder Google Calendar. Wir würden die Anwender nicht bitten, Microsoft Office rauszuwerfen und Google Docs zu nutzen, weil die Lösung noch nicht erwachsen ist.»



Lösungen unausgereift

Damit wäre das Fazit dieses Vergleichstests auch stellvertretend für alle anderen aktuellen Angebote bereits vorweggenommen: Das Office im Browser bietet im Spätherbst 2009 zwar die elementarsten Funktionen und wartet mit manchen interessanten Möglichkeiten auf, die eine lokal installierte Office-Suite nicht zur Verfügung stellt, vermag aber ein Microsoft Office, Lotus Symphony oder Openoffice in ebenso vielen Punkten nicht zu ersetzen.


Online-Office-Lösungen sind in zwei Aspekten einer konventionellen Suite überlegen:

? Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation und andere Produktivitätsanwendungen stehen überall zur Verfügung, wo es einen Internetanschluss und ein Endgerät mit Webbrowser gibt. Ausser dem Browser muss keine Software installiert sein.


? Sämtliche Lösungen ermöglichen es, Dokumente für bestimmte weitere Anwender und Anwendergruppen oder gar für die gesamte Internet-Öffentlichkeit bereitzustellen und gemeinsam zu bearbeiten. Das Hin- und Herschicken von E-Mails mit megabyteschweren Anhängen erübrigt sich damit.


Ein Nachteil jeder Online-Office-Suite liegt in der Natur der Sache: Ohne Internet läuft gar nichts – oder zumindest nicht alles. Einige Angebote ermöglichen auch die Offline-Nutzung der applikatorischen Funktionen, indem die Dokumente mit Technologien wie Google Gears oder Adobe AIR lokal zwischengespeichert und später mit dem Server des Anbieters synchronisiert werden.


Ein weiteres Minus der aktuellen Lösungen ist die Oberfläche – die Bedienung ist oft ungewohnt, je nach System und Browser geben sich die Anwendungen sperrig. Oder es stehen schlicht nicht alle Funktionen zur Verfügung, die man eigentlich erwartet. So beherrscht mit Ausnahme von Zoho Sheet zum Beispiel keines der untersuchten Programme das Erstellen von Businessgrafiken aus den Tabellendaten.

 
Seite 1 von 4

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Vor wem mussten die sieben Geisslein aufpassen?
Antwort
Name
E-Mail
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER