Alternative Anbieter

Alternative Anbieter

6. Oktober 2009 - Cloud Computing ebnet alternativen Anbietern wie Amazon oder Ebay den Weg in den Business-Software-Markt.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/10

Wer an Business Software beziehungsweise an Geschäftsanwendungen denkt, denkt automatisch an Anbieter wie SAP, Microsoft oder Oracle. Dank Cloud Computing hat sich aber auch ein neuer Vertriebs- und Nutzungsweg erschlossen, der auch alternativen Anbietern die Tore zum Business-Software-Bereich öffnet. Eine grosse Rolle spielen dabei Anbieter, die eigentlich in ganz anderen Segmenten ihr Geld verdienen, wie zum Beispiel Amazon, Ebay und Google. Alle drei Unternehmen bieten Entwicklern Plattformen, um Anwendungen zu konzipieren, die auf Services basieren.


Als Königsweg werden aktuell Software-as-a-Service-Modelle (SaaS) angesehen, die schnell einsatzbereit und leicht zu konfigurieren sind. Die Anbieter von SaaS-Geschäftsanwendungen gehen davon aus, dass sich die Ansprüche der Kunden stetig ändern. An die Stelle des sehr teuren und aufwendigen Customizing soll daher ein einfaches Konfigurieren treten. Aus der Erfahrung fürchtet sich nahezu jedes Unternehmen vor einer ERP-Migration, weil diese zeitaufwendig, teuer, hochkomplex und eigentlich nie fertig ist. Je mehr das System an ein Unternehmen angepasst wurde, desto komplizierter ist die Erhaltung der Update-Fähigkeit. Dabei wünschen sich Firmen eigentlich nichts mehr, als einfach zu bedienende Systeme. Im Vordergrund der neuen SaaS-Anwendungen stehen aktuell weniger allumfassende, das gesamte Unternehmen abbildende ERP-Suites. Der Fokus liegt vielmehr auf Angeboten, die Teilaspekte aus den Unternehmensprozessen abbilden. Salesforce.com ist ein solcher alternativer Anbieter, der sich in den letzten Jahren etabliert hat und zunehmend Nachahmer findet. Das amerikanische Unternehmen will sich künftig als Anbieter einer Entwicklungsplattform für SaaS-Anwendungen Dritter etablieren. Diese Anwendungen sollen über den eigenen Vermarktungskanal angeboten werden. Software-Anbieter Coda beispielsweise nutzt für das SaaS-Produkt im Finanzbuchhaltungsbereich Salesforce.com-Technologie.

Auf den Plattform-Gedanken sind neben Salesforce.com allerdings auch Anbieter wie Amazon, Ebay und Google gekommen, jedoch alle mit einer leicht anderen Ausrichtung.



Amazon als Infrastrukturanbieter

Amazon bietet mit dem Simple Storage Service (Amazon S3) und der Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) zwei Web Services an, die es Unternehmen ermöglichen, insbesondere bei On-Demand-Skalierung, Performance und Redundanz von der Amazon-Plattform zu profitieren.


Amazon Elastic Compute Cloud ist derweil ein Webdienst, der eine bedarfsgerecht veränderbare Rechenkapazität in der Internetwolke zur Verfügung stellt. Mit der Webdienst-Schnittstelle von Amazon EC2 können Unternehmen die Kapazität erhöhen und konfigurieren. Die Schnittstelle ermöglicht die vollständige Kontrolle der Rechnerressourcen und erlaubt den Betrieb in Amazons Hardware-Umgebung. Mit Amazon EC2 wird die Zeit, die für das Erlangen und Starten neuer Server-Instanzen benötigt wird, verringert, so dass die Kapazität schnell in dem Masse angepasst werden kann, wie sich die Anforderungen an die Rechnungsleistung ändern. Amazon EC2 liefert nur die Rechenleistungen für die Kapazität, die tatsächlich in Anspruch genommen worden ist.

Rightscale hat angekündigt, auf Basis von Amazon-Technologie eine Business-Intelligence-Lösung aus der Cloud zu entwickeln. Anbieter wie Pegasystems im Bereich Business Process Management und Compiere im Bereich ERP nutzen ebenfalls die von Amazon zur Verfügung gestellten Infrastrukturangebote, um eigene Produkte anzubieten. Und natürlich darf auch Salesforce.com mit einem eigenen Toolkit für Amazons Web Services nicht fehlen. Amazon liefert die Storage- und Computer-Kapazitäten, Salesforce.com steuert über die Entwicklungsumgebung Force.com Datenbank, Logik und Benutzeroberfläche bei.


Für geschäftliche Zwecke interessant ist die Option der Bezahlfunktion via Amazons Flexible Payments Service (FPS) und das sogenannte Fulfillment-by-Amazon-Angebot. Gegen Gebühr übernimmt Amazon die Lagerung, Auftragsbearbeitung, Verpackung und Versand der Waren. Auf diese Weise müssen Händler sich nicht um die Logistik und Bestellabwicklung kümmern, sondern können sich auf Warenpräsentation und Einkauf konzentrieren.

 
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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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