Mobile Webportale massgeschneidert

Mobile Webportale massgeschneidert

17. April 2009 - Nur mit automatisierter Geräteerkennung sehen mobile Webportale auf den unterschiedlichen Business-Handys und Smartphones zwar nicht gleich, dafür aber gleich gut aus.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/05

In der Schweiz sind heute deutlich über 7 Millionen Mobiltelefone im Umlauf. Rund 2,3 Millionen Geräte sind dabei für den Zugang ins Mobile Web ausgerüstet. Die Nutzungszahlen des mobilen Internet steigen täglich, die sogenannten neuen Medien erhalten im Nutzungsverhalten eine immer höhere Bedeutung. Auch am 3GSM World Congress, der grössten Handy-Messe weltweit, die im Februar 2009 in Barcelona stattgefunden hat, zeigte sich eine ungebrochen hohe Nachfrage nach sogenannten Smart- und Business-Phones.


Die Einsicht, dass das Handy das neue Massenmedium ist, findet langsam, aber sicher auch bei den Schweizer Unternehmen Einzug. Dementsprechend positionieren sich bereits zahlreiche Firmen mit attraktiven Informationsangeboten und spezifischen Diensten in diesem Umfeld. Die Erfahrungswerte mit dem noch jungen Medium sind allerdings begrenzt. Entsprechend hoch ist daher das Fehlerpotential, wie Andreas Windler, Leiter Projekte und Entwicklung bei Swiss Txt, erläutert: «Die meisten New-Media-Anbieter sind im Be--reich Web tätig und liefern das mobile Portal als Zusatz-Goodie zur Website. Dadurch ergeben sich oft Einschränkungen bei der Unterstützung verschiedener Endgeräte: Das Portal sieht vielleicht auf dem iPhone oder dem Nokia N95 gut aus, nicht aber auf den vielen anderen Geräten.»

Die SRG-Tochter Swiss Txt mit Sitz in Biel konzipiert und entwickelt im Geschäftsfeld Multimedia Solutions mobile Kommunikationslösungen und legt dabei besonderes Augenmerk auf die Präsentation der Inhalte.




Modellvielfalt

Ein grosses Problem bei der Entwicklung mobiler Portale und Anwendungen ist die enorme Vielfalt von Geräten. Handys und Smartphones haben äusserst unterschiedliche Fähigkeiten – und es gibt sie in ständig wachsender Zahl: Aktuell sind knapp 4500 verschiedene Gerätetypen von 161 Herstellern im Umlauf, und jedes Jahr kommen über 200 neue Modelle auf den Markt.


- Dimensionen der Anzeige: Die grössten Unterschiede zeigen sich bei der Grösse und der Auflösung des Bildschirms. Die Bandbreite reicht vom klassischen Handy-Display mit vielleicht 160x120 Pixel bis zum 3,5-Zoll-Touchscreen mit 800x480 Pixel. «Die differenzierte Darstellung der Inhalte auf den verschiedenen Endgeräten ist eine echte Herausforderung», meint Windler.

- Wirrwarr der Formate: Auch die Unterstützung von Bild-, Video- und Audioformaten ist je nach Gerät höchst unterschiedlich ausgeprägt. Nach den Angaben der Hersteller beherrschen beispielsweise nur 16 Prozent aller Geräte das MP3-Format, bei 71 Prozent liegen offiziell keine Informationen dazu vor. Während das iPhone sich auf MPEG4-Video versteht und bei Windows-Media-Dateien schlappmacht, liegen die Verhältnisse bei Windows-Mobile-Geräten naturgemäss anders.


- Diversifizierte Browserlandschaft: Im herkömmlichen Web teilt sich der Browsermarkt heute im wesentlichen auf drei grosse Akteure auf: Firefox, Internet Explorer und Safari. In der mobilen Welt sieht es völlig anders aus: Nach wie vor spielen mindestens zehn Browsertypen mit teils völlig unterschiedlichen Eigenschaften eine signifikante Rolle. Der niedrigste Marktanteil liegt bei 3 Prozent, und keiner der Mobilbrowser erreicht mehr als 22 Prozent. Die Mobilbrowser sind zudem oft weniger fehlertolerant und stürzen öfter ab als konventionelle Webbrowser.


Es ist also schwierig, eine mobile Website zu erstellen, die einerseits die Möglichkeiten der Geräte wirklich ausnutzt und andererseits auf den meisten Geräten problemlos läuft. In der Praxis kommt es denn auch immer wieder zu Darstellungsfehlern, das Gerät stürzt wegen nicht konformen Scripts ab oder Audio- und Videodateien kommen im falschen Format. «Für den Nutzer ist es besonders störend, wenn er für teures Geld etwas herunterlädt, was er dann doch nicht betrachten kann», stellt Andreas Windler fest: Der Betreiber eines nicht richtig funktionierenden Mobilportals habe mit Imageschäden zu rechnen.

 
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